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DCM Solar 1 – Photovoltaik auf ALDI-Dächern und Projekte in Spanien

Die kurze Antwort

Der DCM Solar 1 ist ein geschlossener Solarfonds des Münchner Emissionshauses DCM. Er investierte über Projektgesellschaften in Photovoltaikanlagen auf Logistikdächern in Deutschland und in Projekte in Spanien.

Der DCM Solar 1 war 2007 der erste Solarfonds des Hauses. Dieser Beitrag beschreibt die Konstruktion, den spanischen Teil und den heutigen Stand der Gesellschaft – und was das für Anleger bedeutet, die ihre Beteiligung heute halten, erben oder verkaufen wollen.

Überblick: DCM Solar 1 auf einen Blick

GESELLSCHAFT Die Beteiligung besteht an der DCM Energy GmbH & Co. Solar 1 KG, die ihrerseits Anteile an Projektgesellschaften hält.

ANLAGEN Photovoltaik auf Dächern von ALDI-Logistikzentren in Deutschland, ergänzt um Projekte in Spanien.

PARTNER Die Dächer verpachteten ALDI Nord und ALDI Süd; die Qualitätssicherung übernahm das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme.

LAUFZEIT Der Fonds wurde 2007 aufgelegt und war auf 25 Jahre angelegt. Verwaltet wird er heute von der PRONOVI Fondsverwaltungs GmbH.

Die Anlagen des DCM Solar 1

Der Fonds investierte in Photovoltaikanlagen auf vorhandenen Dächern, nicht auf Freiflächen. Genutzt wurden vor allem die Großflächendächer von Logistikzentren der Gruppen ALDI Nord und ALDI Süd, die als Verpächter auftraten.

Eckdaten des DCM Solar 1
Merkmal Angabe
Fondsgesellschaft DCM Energy GmbH & Co. Solar 1 KG
Struktur Beteiligung an Projektgesellschaften
Anlagen Photovoltaik auf Dächern von ALDI-Logistikzentren
Dachverpächter ALDI Nord und ALDI Süd
Weitere Standorte Projekte in Spanien
Qualitätssicherung Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Emission 2007
Geplante Laufzeit 25 Jahre
Verwaltung heute PRONOVI Fondsverwaltungs GmbH

Aufdachanlagen folgen anderen Regeln als Solarparks. Sie brauchen kein eigenes Grundstück und keine Baugenehmigung für eine Freifläche, sondern einen Vertrag mit dem Gebäudeeigentümer. Das senkt die Anfangskosten, schafft aber eine Abhängigkeit: Wird das Gebäude umgebaut, verkauft oder abgerissen, betrifft das auch die Anlage. Und die Dachfläche begrenzt die Größe, weshalb solche Fonds viele kleinere Anlagen statt weniger großer halten.

Die Struktur. Anleger beteiligen sich an der DCM Energy GmbH & Co. Solar 1 KG. Diese hält nach ihrem Gesellschaftszweck Beteiligungen an Projektgesellschaften, denen die einzelnen Anlagen gehören. Zwischen Anleger und Anlage liegt damit eine weitere Gesellschaftsebene.

Die Qualitätssicherung. Nach Angaben des Anbieters begleitete das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme die Abnahme und laufende Prüfung der Anlagen. Das war für einen Publikumsfonds dieser Zeit ungewöhnlich und wurde im Vertrieb entsprechend betont.

Der spanische Teil und was daraus wurde

Neben den deutschen Dachanlagen sah das Konzept Standorte in Spanien vor. Die Fachpresse benannte diesen Teil schon bei Auflegung als den heikelsten: Schwierigkeiten könnten für den Fonds vor allem aus den noch unfertigen Projekten in Spanien entstehen, hieß es im Oktober 2007.

Warum Spanien attraktiv schien. Das Land hatte eine gesetzliche Einspeisevergütung nach deutschem Vorbild eingeführt, bei deutlich höherer Sonneneinstrahlung. Rechnerisch ergab das mehr Ertrag je installierter Leistung.

Was danach geschah. Spanien geriet infolge der Finanz- und Staatsschuldenkrise unter Druck und griff in die Vergütung bestehender Anlagen ein. Anders als in Deutschland, wo der einmal festgelegte Satz über zwanzig Jahre gilt, wurden dort Vergütungen für bereits errichtete Anlagen nachträglich gekürzt und Betriebsstundenobergrenzen eingeführt.

Für Fonds mit spanischen Anlagen bedeutete das einen Eingriff in die Kalkulationsgrundlage, der bei Zeichnung nicht vorhersehbar war. Wie stark der DCM Solar 1 davon betroffen war, welchen Anteil die spanischen Anlagen am Portfolio haben und wie sich das auf die Gesellschaft ausgewirkt hat, ergibt sich aus den Geschäftsberichten. Das ist die zentrale Frage bei diesem Fonds.

DCM Solar 1: Was Anleger dazu wissen sollten

Auskunft über die DCM Energy GmbH & Co. Solar 1 KG geben allein ihre eigenen Unterlagen: der letzte Geschäftsbericht, die Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen und die jährliche Steuermitteilung mit dem Stand des Kapitalkontos. Verwaltet wird der Fonds heute von der PRONOVI Fondsverwaltungs GmbH, die in ihrem Download-Bereich Formulare unter anderem für die DCM Solarfonds 1, 3 und 4 bereitstellt. Die Hintergründe zum Anbieterwechsel beschreibt der Beitrag DCM Gruppe.

Zu bedenken ist das Alter. Der Fonds wurde 2007 aufgelegt; die deutschen Anlagen gingen um 2007 und 2008 ans Netz. Die gesetzliche Einspeisevergütung wird 20 Jahre lang gezahlt, gerechnet ab der Inbetriebnahme. Für diese Anlagen läuft der Zeitraum damit gegen Ende dieses Jahrzehnts aus. Danach bleibt der Verkauf am Markt zu schwankenden Preisen.

Hinzu kommt der technische Zustand. Module verlieren über die Jahre an Leistung, und Wechselrichter halten selten zwei Jahrzehnte. Bei Aufdachanlagen kommt die Frage hinzu, in welchem Zustand die Dächer sind und was bei einer Dachsanierung mit der Anlage geschieht.

Steuerlich gelten die Regeln für gewerbliche Einkünfte, die der Beitrag Besteuerung geschlossener Fonds beschreibt. Bei Anlagen in Spanien kommt die Frage hinzu, welchem Staat das Besteuerungsrecht zusteht; die Handhabung ergibt sich aus der Steuermitteilung. Wurden Auszahlungen geleistet, die nicht durch Gewinne gedeckt waren, kann die Kommanditistenhaftung nach § 172 Abs. 4 HGB wieder aufleben; die strukturellen Risiken solcher Beteiligungen sind im Beitrag Risiken geschlossener Immobilienfonds dargestellt.

Beteiligung am DCM Solar 1 verkaufen

Anteile an einem geschlossenen Fonds können nicht an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden. Das eingesetzte Kapital bleibt gebunden, bis die Anlagen verwertet und die Gesellschaft abgewickelt ist. Wann das geschieht, ist im Voraus nicht bestimmbar: Bei diesem Fonds war von vornherein eine Laufzeit von 25 Jahren vorgesehen, und prospektierte Laufzeiten wurden bei geschlossenen Fonds vielfach überschritten. Ein Ausstieg vorher setzt voraus, dass sich ein Erwerber findet.

Die Übertragung erfolgt durch Abtretung des Kommanditanteils an der DCM Energy GmbH & Co. Solar 1 KG, je nach Gesellschaftsvertrag mit Wirkung zum Monats-, Quartals- oder Jahresende, meist zum Jahresende. Sie bedarf der Zustimmung der Geschäftsführung oder des Treuhänders und wird anschließend im Register umgeschrieben. Die Abwicklung läuft über die Fondsverwaltung. Welche Nachweise erforderlich sind und an welchen Punkten Übertragungen in der Praxis scheitern, ist im Beitrag Geschlossene Fonds am Zweitmarkt verkaufen dargestellt.

Für den Verkauf Ihrer Beteiligung erreichen Sie mich unter fonds@em-strategy.com.

Häufige Fragen zum DCM Solar 1

In welche Anlagen investiert der DCM Solar 1?

In Photovoltaikanlagen auf vorhandenen Dächern, vor allem auf Großflächendächern von Logistikzentren der Gruppen ALDI Nord und ALDI Süd, die als Verpächter auftraten. Hinzu kamen Projekte in Spanien. Die Abnahme und laufende Prüfung der Anlagen begleitete nach Anbieterangaben das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme.

Wie lautet der Name der Fondsgesellschaft?

DCM Energy GmbH & Co. Solar 1 KG. Sie hält nach ihrem Gesellschaftszweck Beteiligungen an Projektgesellschaften, denen die einzelnen Anlagen gehören. Anleger sind damit über eine Zwischenebene beteiligt. Unter dieser Firmierung läuft die Korrespondenz mit der Fondsverwaltung und dem Finanzamt.

Was ist das Besondere an Aufdachanlagen?

Sie brauchen kein eigenes Grundstück, sondern einen Vertrag mit dem Gebäudeeigentümer. Das spart Anfangskosten, bindet die Anlage aber an das Gebäude: Umbau, Verkauf oder Abriss wirken sich unmittelbar auf sie aus. Zudem begrenzt die Dachfläche die Größe, weshalb solche Fonds viele kleinere Anlagen statt weniger großer halten.

Wer verwaltet den DCM Solar 1 heute?

Die PRONOVI Fondsverwaltungs GmbH mit Sitz in München. Sie stellt in ihrem Download-Bereich Formulare unter anderem für die DCM Solarfonds 1, 3 und 4 bereit. Das Emissionshaus DCM meldete 2013 Insolvenz an; die Fondsgesellschaften bestehen als eigenständige Kommanditgesellschaften fort.

Was passiert mit der Beteiligung am DCM Solar 1 im Erbfall?

Bei dieser Solarbeteiligung entscheidet der Gesellschaftsvertrag der Fondsgesellschaft. Ein direkt gehaltener Kommanditanteil geht beim Tod des Anlegers nach den Erbquoten unmittelbar auf die einzelnen Erben über; eine Erbengemeinschaft am Anteil entsteht nicht. Bei einer Treuhandbeteiligung gilt der Treuhandvertrag. In der Regel verlangt die Gesellschaft einen Erbnachweis, etwa Erbschein oder notarielles Testament. Wer die Beteiligung nicht behalten möchte, kann sie nach der Legitimation am Zweitmarkt verkaufen. Grundlagen: Beitrag Erbschaft von geschlossenen Immobilienfonds.

Fazit und Ausblick

Der DCM Solar 1 war der Auftakt einer Fondsserie, die auf Dächern deutscher Logistikzentren fortgeführt wurde. Der deutsche Teil beruhte auf einer über zwanzig Jahre garantierten Vergütung; der spanische Teil stand auf einer Rechtsgrundlage, die der Gesetzgeber dort später nachträglich geändert hat.

Für die Beurteilung zählen drei Fragen: Welchen Anteil haben die spanischen Anlagen, wann läuft die deutsche Einspeisevergütung je Anlage aus, und in welchem Zustand sind Module und Wechselrichter? Die Antworten stehen im Geschäftsbericht, den die Fondsverwaltung bereitstellt.

DCM-Fonds am Zweitmarkt verkaufen

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Eduard Meider – Investor für geschlossene Fonds am Zweitmarkt

Über den Autor

Eduard Meider

Investor und Unternehmensberater mit Schwerpunkt auf den Zweitmarkt für geschlossene Fonds/AIFs, insbesondere in den Assetklassen Immobilien und Schiffe.

Nach seinem Studium zum Master of Science in Internationaler Finanzwirtschaft an der HWR Berlin blickt er auf über 10 Jahre berufliche Investmenterfahrung zurück, unter anderem als Investment- und Fondsmanager für ein Family Office und dessen Kapitalverwaltungsgesellschaft mit Schwerpunkt auf geschlossene Immobilienfonds. Zuvor durchlief er Stationen in der Wirtschaftsprüfung bei PwC und im Venture Capital bei der KLINGEL-Gruppe.

Zudem ist er Autor international erschienener Fachbücher, unter anderem „Decentralized Finance für Einsteiger“ sowie „Financial Innovation and Value Creation“ bei Springer.

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Wichtiger Hinweis & Haftungsausschluss: Ich übernehme keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen in diesem Text. Angaben zu Objekt und Gesellschaft beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und können sich geändert haben; maßgeblich sind stets die Unterlagen der Fondsgesellschaft. Der Beitrag basiert auf journalistischer Recherche und dient ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Er stellt ausdrücklich keine Finanzberatung, Anlageempfehlung oder Vermittlung von Finanzinstrumenten dar. Jede Investitionsentscheidung und jede daraus resultierende Maßnahme erfolgt auf alleinige Verantwortung und Risiko des Lesers.