+49 (0) 17648086655

Telefon

info@em-strategy.com

E-Mail

Immobilienpreisentwicklung aktuell Oktober 2026

Die kurze Antwort

Die Inflation fällt im Oktober 2026 auf 2,8 Prozent und die EZB pausiert bei 2,50 Prozent. Der Immobilienmarkt entlastet das nicht: Die Bauzinsen liegen bei rund 4,4 Prozent, und bei offenen Immobilienfonds begrenzt die DWS die Auszahlungen.

Der Oktober 2026 zeigt ein zweigeteiltes Bild. Auf der Makroseite entspannt sich die Lage spürbar: Die Teuerung geht von 3,3 auf 2,8 Prozent zurück, die Kerninflation sinkt auf 2,1 Prozent, und die EZB legt nach zwei Erhöhungen eine Zinspause ein. Am Immobilienmarkt selbst bleibt die Lage dagegen angespannt. Die Finanzierungskosten bleiben hoch, das Transaktionsvolumen in den großen Investmentzentren brach im dritten Quartal ein, und die Krise offener Immobilienfonds verschärft sich mit der Auszahlungsbegrenzung beim DWS grundbesitz europa.

Markt-Schnellcheck

Inflation Die Teuerung fällt im Oktober auf 2,8 Prozent (September: 3,3 Prozent), die Kerninflation geht von 2,4 auf 2,1 Prozent zurück.

EZB Der Rat pausiert am 29. Oktober und belässt den Einlagensatz bei 2,50 Prozent, nach den Erhöhungen im Juni und September.

Bundrenditen Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt am 27. Oktober bei 3,35 Prozent, nach 3,58 Prozent Ende September.

Bauzinsen Zehnjährige Darlehen kosten Anfang Oktober im Schnitt rund 4,4 Prozent.

Investmentmarkt Nach neun Monaten stehen rund 23,1 Milliarden Euro zu Buche. In den sieben großen Investmentzentren fiel das Volumen im dritten Quartal um 43 Prozent.

Fonds Die DWS zahlt beim grundbesitz europa nur noch 10 Prozent der fälligen Rücknahmen aus, Swiss Life nimmt bei einem weiteren Fonds keine Anteile mehr zurück.

2,8 %
Inflation
▼ −0,5 PP gg. September
2,50 %
EZB-Einlagensatz
Pause am 29.10.
3,35 %
Bundrendite 10J
▼ unter Ende September
~4,4 %
Bauzins Ø 10J
▲ auf hohem Niveau

Aktuelle Meldungen Immobilienmarkt Oktober 2026

Drei Entwicklungen prägen den Oktober: eine deutlich nachlassende Inflation, eine Zinspause der EZB und eine neue Eskalationsstufe bei den offenen Immobilienfonds.

Inflation fällt auf 2,8 Prozent, Kerninflation auf 2,1 Prozent

Die Inflationsrate ging im Oktober 2026 voraussichtlich auf 2,8 Prozent zurück, nach 3,3 Prozent im September. Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Aussagekräftiger als die Gesamtrate ist die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie: Sie fiel von 2,4 auf 2,1 Prozent und liegt damit nahe am Zielwert der Notenbank. Die Energiepreise verteuerten sich noch um 12,2 Prozent zum Vorjahr, nach 14,9 Prozent im September. Der Preisschub verliert damit an Kraft, ohne schon verschwunden zu sein. Die endgültigen Zahlen erscheinen am 11. November.

EZB pausiert bei 2,50 Prozent

Der EZB-Rat hat am 29. Oktober die Leitzinsen unverändert gelassen. Der Einlagensatz bleibt bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent. Zuvor hatte die EZB die Zinsen im Juni und im September angehoben. Zur Begründung verwies der Rat darauf, dass wegen der gestiegenen Energiepreise weiterhin Inflationsrisiken bestehen, die zugrunde liegende Teuerung aber weitgehend stabil erscheint. Für Immobilienfinanzierungen ändert die Pause wenig, weil die Bauzinsen den langfristigen Kapitalmarktzinsen folgen und nicht dem Leitzins.

DWS begrenzt Auszahlungen beim grundbesitz europa

Die DWS hat beim Flaggschiff grundbesitz europa die Auszahlung fälliger Anteilsrücknahmen auf 10 Prozent begrenzt. Die Maßnahme gilt seit dem 28. Oktober und ist auf bis zu zwölf Monate angelegt. Nach Darstellung von test.de setzt damit erstmals ein großer offener Immobilienfonds eines der neuen Instrumente ein; der Fonds könnte zu noch härteren Maßnahmen greifen und die Rücknahme zeitweise ganz einstellen. Seit dem 20. Oktober nimmt außerdem der Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working keine Anteile mehr zurück und gibt auch keine neuen aus.

Inflationsrate Deutschland 2026 (% ggü. Vorjahr)

EZB-Ziel: 2,0 %
2,8
Juli
2,9
August
3,3
September
2,8
Oktober

Wohnimmobilien Entwicklung Oktober 2026

Die Wohnimmobilienpreise bewegen sich kaum noch und verlieren nach Abzug der Inflation an Wert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal 2026 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Wert für das erste Quartal wurde von 1,4 auf 1,2 Prozent nach unten revidiert. Bei einer Teuerung von durchschnittlich 2,6 Prozent in den Monaten April bis Juni entspricht das real einem Rückgang von etwa zwei Prozent. Der vdp-Index weist für das zweite Quartal bei Wohnimmobilien ein Plus von 1,9 Prozent im Jahresvergleich aus, bei Eigentumswohnungen 2,6 Prozent, während der Gesamtindex gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent nachgab. Für das dritte Quartal liegen bislang nur Angebotspreise vor: Nach dem WohnBarometer von ImmoScout24 stiegen sie bei Bestandswohnungen um 0,3 Prozent und bei Bestandshäusern um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In den Metropolen fielen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal bereits um 0,6 Prozent. Hinzu kommen die Finanzierungskosten: Zehnjährige Darlehen kosten Anfang Oktober im Schnitt rund 4,4 Prozent. Den längeren Zusammenhang zeigt der Rückblick auf die Preisentwicklung 2020 bis 2025, die Vormonatswerte stehen im Bericht zum September 2026.

Das Zinsniveau im Oktober 2026 (in Prozent)

EZB-Einlagensatz
2,50
Pause am 29.10.
Bundrendite 10J
3,35
27.10., Bundesbank
Bauzins 10J
~4,4
Anfang Oktober

Gewerbeimmobilien Entwicklung Oktober 2026

Bei Gewerbeimmobilien fallen die Preise bereits, und das Transaktionsgeschehen in den großen Zentren hat im dritten Quartal stark nachgelassen. Der vdp-Index weist für das zweite Quartal 2026 bei Büroimmobilien ein Minus von 1,2 Prozent und bei Einzelhandelsimmobilien ein Minus von 0,2 Prozent im Jahresvergleich aus. Während Wohnimmobilien nominal noch leicht zulegen, sinken die Gewerbepreise also bereits.

Investmentmarkt: schwaches drittes Quartal

Nach neun Monaten summiert sich das Transaktionsvolumen auf rund 23,1 Milliarden Euro und liegt damit etwa drei Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Auf Gewerbe entfallen 17,1 Milliarden Euro. Deutlich schwächer entwickelten sich die sieben großen Investmentzentren: Dort wurden nach Angaben von German Property Partners 5,8 Milliarden Euro umgesetzt, acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wobei das Volumen allein im dritten Quartal um 43 Prozent einbrach.

Wohninvestments und Logistik

Wohninvestments bleiben mit rund 5,9 Milliarden Euro die stärkste Assetklasse, liegen damit aber gut fünf Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Logistikimmobilien kommen nach Angaben von BNP Paribas Real Estate auf rund 4,0 Milliarden Euro und liegen gut vier Prozent unter dem Vorjahr.

Entwicklung Immobilienfonds Oktober 2026

Die Krise offener Immobilienfonds verschärft sich im Oktober. Die DWS begrenzt beim grundbesitz europa die Auszahlung fälliger Rücknahmen auf 10 Prozent, für bis zu zwölf Monate. Beim Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working werden seit dem 20. Oktober keine Anteile mehr zurückgenommen oder ausgegeben. Ausgesetzt bleibt die Rücknahme außerdem beim Wertgrund WohnSelect D, beim Fokus Wohnen Deutschland und beim Habona Nahversorgungsfonds Deutschland. Der Fondsverband BVI beziffert den Nettoabfluss im ersten Halbjahr 2026 auf mehr als drei Milliarden Euro, 1,8 Milliarden im ersten und 1,5 Milliarden im zweiten Quartal. Wie weit die Markteinschätzung von den offiziellen Werten abweicht, zeigt der Börsenhandel: Nach einer Auswertung von Finanztip lagen die Börsenkurse von 14 offenen Immobilienfonds am 27. Oktober im volumengewichteten Schnitt 19,3 Prozent unter den Rücknahmepreisen, beim grundbesitz europa betrug die Differenz mehr als 50 Prozent. Geschlossene Fonds kennen eine laufende Anteilsrückgabe ohnehin nicht; worin sich die beiden Konstruktionen unterscheiden, erklärt der Beitrag zu offenen und geschlossenen Fonds im Vergleich.

10 %
Auszahlungsquote beim grundbesitz europa
19,3 %
Börsenkurse unter den Rücknahmepreisen (14 Fonds, Finanztip)
> 3 Mrd.
Nettoabfluss offener Immobilienfonds im 1. Halbjahr 2026 (in €, BVI)

Glossar

Gating
Die zeitweise Begrenzung der Auszahlung bei offenen Fonds. Rückgabewünsche werden nur anteilig bedient, im Fall des grundbesitz europa zu 10 Prozent. Anders als eine Aussetzung bleibt die Rückgabe grundsätzlich möglich, sie wird aber gestreckt.
Kerninflation
Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie. Sie zeigt den zugrunde liegenden Preistrend, weil kurzfristige Ausschläge bei Öl und Gas herausgerechnet sind. Im Oktober 2026 liegt sie bei 2,1 Prozent.
Rücknahmepreis und Börsenkurs
Der Rücknahmepreis wird von der Fondsgesellschaft aus den Objektbewertungen abgeleitet. Der Börsenkurs entsteht dagegen aus Angebot und Nachfrage. Liegt er deutlich darunter, schätzt der Markt den Fonds niedriger ein als die Bewertung der Gesellschaft.
Realer Wertverlust
Die Differenz zwischen nominalem Preisanstieg und Inflation. Steigt eine Immobilie um 0,6 Prozent, während die Preise allgemein um 2,6 Prozent anziehen, verliert sie rund zwei Prozent an Kaufkraft.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was bedeutet die Auszahlungsbegrenzung beim grundbesitz europa?
Von den fälligen Rücknahmen zahlt der Fonds nur noch 10 Prozent aus. Die Regelung gilt seit dem 28. Oktober 2026 und ist auf bis zu zwölf Monate angelegt. Nach Darstellung von test.de könnte der Fonds zu noch härteren Maßnahmen greifen und die Rücknahme zeitweise ganz einstellen. Maßgeblich für die eigene Beteiligung sind die Mitteilungen der jeweiligen Kapitalverwaltungsgesellschaft.
Warum bleiben die Bauzinsen hoch, obwohl die Inflation fällt?
Bauzinsen folgen nicht dem Leitzins, sondern den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen und Pfandbriefe. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag am 27. Oktober bei 3,35 Prozent, zehnjährige Darlehen kosten Anfang Oktober im Schnitt rund 4,4 Prozent. Eine nachlassende Inflationsrate senkt die Finanzierungskosten daher nicht automatisch.
Wie entwickeln sich die Wohnimmobilienpreise real?
Nominal stiegen die Preise im zweiten Quartal 2026 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei einer Teuerung von durchschnittlich 2,6 Prozent in den Monaten April bis Juni bedeutet das real einen Rückgang von etwa zwei Prozent. In den Metropolen gaben die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal bereits um 0,6 Prozent nach.

Geschlossene Fonds am Zweitmarkt verkaufen

Sie besitzen Anteile an einem geschlossenen Fonds und erwägen einen Verkauf? Senden Sie mir einfach den Fondsnamen und den Nominalbetrag. Ich prüfe umgehend und unverbindlich, ob ein Ankauf aktuell möglich ist.

Jetzt Anfrage senden
Oder per E-Mail an: fonds@em-strategy.com

Fazit zur Immobilienpreisentwicklung Oktober 2026

Der Oktober 2026 trennt die Makrolage vom Immobilienmarkt. Die Inflation fällt auf 2,8 Prozent, die Kerninflation nähert sich mit 2,1 Prozent dem Zielwert, und die EZB pausiert. Für Immobilien bringt das bislang keine Entlastung: Die Bauzinsen liegen bei rund 4,4 Prozent, die Gewerbepreise sinken bereits, Wohnimmobilien verlieren real an Wert, und in den großen Investmentzentren brach das Transaktionsvolumen im dritten Quartal um 43 Prozent ein. Am deutlichsten zeigt sich die Belastung bei den offenen Immobilienfonds, wo die DWS beim grundbesitz europa nur noch 10 Prozent der fälligen Rücknahmen auszahlt und der Börsenhandel die Fonds deutlich niedriger bewertet als die Rücknahmepreise. Für das Schlussquartal bleibt offen, ob die nachlassende Teuerung die Kapitalmarktzinsen nachziehen lässt oder ob die Finanzierungskosten ihr Niveau halten. Die Rahmenbedingungen für einen Verkauf geschlossener Fonds am Zweitmarkt sind in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Eduard Meider – Investor für geschlossene Fonds am Zweitmarkt

Über den Autor

Eduard Meider

Investor und Unternehmensberater mit Schwerpunkt auf den Zweitmarkt für geschlossene Fonds/AIFs, insbesondere in den Assetklassen Immobilien und Schiffe.

Nach seinem Studium zum Master of Science in Internationaler Finanzwirtschaft an der HWR Berlin blickt er auf über 10 Jahre berufliche Investmenterfahrung zurück, unter anderem als Investment- und Fondsmanager für ein Family Office und dessen Kapitalverwaltungsgesellschaft mit Schwerpunkt auf geschlossene Immobilienfonds. Zuvor durchlief er Stationen in der Wirtschaftsprüfung bei PwC und im Venture Capital bei der KLINGEL-Gruppe.

Zudem ist er Autor international erschienener Fachbücher, unter anderem „Decentralized Finance für Einsteiger“ sowie „Financial Innovation and Value Creation“ bei Springer.

LinkedIn  ·  fonds@em-strategy.com

Wichtiger Hinweis & Haftungsausschluss: Ich übernehme keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen in diesem Text. Der Beitrag basiert auf journalistischer Recherche und dient ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Er stellt ausdrücklich keine Finanzberatung, Anlageempfehlung oder Vermittlung von Finanzinstrumenten dar. Jede Investitionsentscheidung und jede daraus resultierende Maßnahme erfolgt auf alleinige Verantwortung und Risiko des Lesers. Stand: 02.11.2026.