LHI Flugzeugfonds 5 – Boeing-777-Frachter, Gesellschaft und Namensfrage
Der LHI Flugzeugfonds 5 ist ein geschlossener Flugzeugfonds, den heute die LHI Gruppe verwaltet. Er hält ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing 777-200LRF, verleast an AeroLogic.
Rund um den Namen des LHI Flugzeugfonds 5 gibt es eine Unklarheit: Zweitmarktportale führen ihn als ehemaligen DCM Flugzeugfonds 3, die Registerdaten deuten auf eine andere Zuordnung. Dieser Beitrag beschreibt das Flugzeug, die Gesellschaft und diese Namensfrage.
Überblick: LHI Flugzeugfonds 5 auf einen Blick
FLUGZEUG Boeing 777-200LRF, Baujahr 2009, Frachter; Leasingnehmer AeroLogic GmbH, Vertrag über zehn Jahre.
GESELLSCHAFT LHI Flugzeugfonds 5 GmbH & Co. KG mit Sitz in Pullach im Isartal, Amtsgericht München HRA 93131.
FINANZIERUNG Das Fremdkapital beträgt rund 105,1 Millionen US-Dollar.
NAMENSFRAGE Die frühere Komplementärin hieß DCM Flugzeugfonds 5 Verwaltungs GmbH, während Portale den Fonds als ehemaligen DCM Flugzeugfonds 3 führen.
Inhaltsverzeichnis
Das Flugzeug des LHI Flugzeugfonds 5
Der Fonds finanzierte eine Boeing 777-200LRF aus dem Baujahr 2009. Das Kürzel LRF steht für Long Range Freighter: die reine Frachtversion der Boeing 777, ausgelegt auf große Reichweite. Verleast ist die Maschine an die AeroLogic GmbH, mit einem Vertrag über zehn Jahre.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Fondsgesellschaft | LHI Flugzeugfonds 5 GmbH & Co. KG |
| Sitz | Emil-Riedl-Weg 6, 82049 Pullach im Isartal |
| Handelsregister | Amtsgericht München, HRA 93131 |
| Komplementärin | LHI Flugzeugfonds 5 Verwaltungs GmbH |
| Frühere Komplementärin | DCM Flugzeugfonds 5 Verwaltungs GmbH |
| Flugzeug | Boeing 777-200LRF, Baujahr 2009 |
| Nutzung | Frachtflugzeug |
| Leasingnehmer | AeroLogic GmbH, Vertrag über zehn Jahre |
| Fremdkapital | rund 105,1 Millionen US-Dollar |
AeroLogic ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und Deutscher Post und betreibt eine Flotte aus Boeing-777-Frachtern. Für die Fondsgesellschaft bedeutete das einen Leasingnehmer mit zwei starken Gesellschaftern im Hintergrund. Derselbe Mieter steht hinter den übrigen Flugzeugfonds dieser Reihe.
Ein Frachter, kein Passagierflugzeug. Das unterscheidet diesen Fonds von den A380-Beteiligungen, deren Restwerte nach Ablauf der Erstvermietung einbrachen. Frachtflugzeuge hängen unmittelbar am Welthandel und schwanken damit stärker als der Passagierverkehr; dafür sind sie breiter einsetzbar, weil weder Kabinenausstattung noch Streckenrechte für Passagiere nötig sind. Was das für die Weiterverwertung bedeutet, beschreibt der Abschnitt zur Fungibilität von Flugzeugen.
Die Finanzierung. Das Fremdkapital der Gesellschaft beträgt rund 105,1 Millionen US-Dollar. Wie bei Flugzeugfonds üblich, ist die Bank vorrangige Gläubigerin: Aus einem späteren Verkaufserlös wird zuerst ihr Darlehen zurückgeführt.
Die Sache mit dem Namen
Bei diesem Fonds lohnt ein genauer Blick auf die Bezeichnungen, weil sie auseinandergehen.
Was die gängige Bezeichnung sagt. Verbreitet ist die Bezeichnung „LHI Flugzeugfonds 5 (ehemals DCM Flugzeugfonds 3)“.
Was das Register zeigt. Die Gesellschaft ist unter HRA 93131 eingetragen. Als frühere persönlich haftende Gesellschafterin ist die DCM Flugzeugfonds 5 Verwaltungs GmbH vermerkt, heute ist es die LHI Flugzeugfonds 5 Verwaltungs GmbH. Die Nummer fünf blieb also über den Wechsel hinweg erhalten.
Warum das nicht zusammenpasst. Der LHI Flugzeugfonds 3 geht bereits aus der DCM GmbH & Co. Flugzeugfonds 3 KG hervor, eingetragen unter HRA 83151. Dieselbe Vorgängergesellschaft kann nicht zweimal vergeben sein. Hinzu kommt, dass die Registernummer 93131 deutlich höher liegt als die der Flugzeugfonds 2 und 3 mit 83145 und 83151, die Gesellschaft also später eingetragen wurde.
Was daraus folgt. Welche Bezeichnung im Verkaufsprospekt stand, lässt sich von außen nicht abschließend klären; möglich ist, dass Produktname und Gesellschaftsname nicht übereinstimmten. Für Anleger ist die praktische Konsequenz eindeutig: Maßgeblich ist die Firmierung der Kommanditgesellschaft mit ihrer Registernummer, also LHI Flugzeugfonds 5 GmbH & Co. KG, Amtsgericht München HRA 93131. Diese Angabe steht im Feststellungsbescheid und gehört in jede Korrespondenz zur Beteiligung.
Wie es zu den Umbenennungen kam, beschreibt der Beitrag DCM Gruppe: Nach der Insolvenz des Emissionshauses 2013 wurde der Transportbereich verwertet, und die Verwaltung ging an die LHI Gruppe über.
LHI Flugzeugfonds 5: Was Anleger dazu wissen sollten
Auskunft über die LHI Flugzeugfonds 5 GmbH & Co. KG geben allein ihre eigenen Unterlagen: der letzte Geschäftsbericht, die Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen und die jährliche Steuermitteilung mit dem Stand des Kapitalkontos. Jahresabschlüsse der Gesellschaft liegen seit 2011 vor.
Zu bedenken ist der Zeitplan. Das Flugzeug stammt aus dem Baujahr 2009; ein zehnjähriger Erstvertrag endete damit um 2019. Ob eine Anschlussvermietung zustande kam, zu welchen Raten und wie lange sie läuft, ist die zentrale Frage bei diesem Fonds. Das Ende der Erstvermietung fiel in eine Zeit, in der der Luftfrachtmarkt durch die Pandemie stark schwankte.
Hinzu kommt die Finanzierung. Bei rund 105,1 Millionen US-Dollar Fremdkapital entscheidet die verbliebene Restvaluta darüber, ob aus einem späteren Verkauf überhaupt etwas bei den Anlegern ankommt. Wie das bei Flugzeugfonds allgemein wirkt, beschreibt der Abschnitt zum Restwertrisiko. Da Kaufpreis, Leasingraten und Darlehen auf US-Dollar lauten, kommt ein Währungsrisiko hinzu.
Steuerlich gelten die Regeln für Einkünfte aus einer gewerblich geprägten Personengesellschaft, die der Beitrag Besteuerung geschlossener Fonds beschreibt. Wurden Auszahlungen geleistet, die nicht durch Gewinne gedeckt waren, kann die Kommanditistenhaftung nach § 172 Abs. 4 HGB wieder aufleben; die strukturellen Risiken solcher Beteiligungen sind im Beitrag Risiken geschlossener Immobilienfonds dargestellt.
Beteiligung am LHI Flugzeugfonds 5 verkaufen
Anteile an einem geschlossenen Fonds können nicht an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden. Das eingesetzte Kapital bleibt gebunden, bis das Flugzeug verwertet und die Gesellschaft abgewickelt ist. Wann das geschieht, ist im Voraus nicht bestimmbar: Prospektierte Laufzeiten sind Planannahmen und wurden vielfach überschritten. Ein Ausstieg vorher setzt voraus, dass sich ein Erwerber findet.
Die Übertragung erfolgt durch Abtretung des Kommanditanteils an der LHI Flugzeugfonds 5 GmbH & Co. KG, je nach Gesellschaftsvertrag mit Wirkung zum Monats-, Quartals- oder Jahresende, meist zum Jahresende. Sie bedarf der Zustimmung der Geschäftsführung oder des Treuhänders und wird anschließend im Register umgeschrieben. Wegen der uneinheitlichen Bezeichnungen ist die Registernummer HRA 93131 das eindeutige Merkmal der Gesellschaft. Da die Beteiligung auf US-Dollar lautet, spielt beim Verkauf der Umrechnungszeitpunkt eine Rolle. Welche Nachweise erforderlich sind und an welchen Punkten Übertragungen in der Praxis scheitern, ist im Beitrag Geschlossene Fonds am Zweitmarkt verkaufen dargestellt.
Für den Verkauf Ihrer Beteiligung erreichen Sie mich unter fonds@em-strategy.com.
Häufige Fragen zum LHI Flugzeugfonds 5
Welches Flugzeug gehört zum LHI Flugzeugfonds 5?
Eine Boeing 777-200LRF aus dem Baujahr 2009, also die Frachtversion der Boeing 777 mit großer Reichweite. Verleast ist sie an die AeroLogic GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und Deutscher Post, mit einem Vertrag über zehn Jahre.
Ist der LHI Flugzeugfonds 5 der frühere DCM Flugzeugfonds 3?
Das ist unklar. Zweitmarktportale führen ihn so, die Registerdaten deuten jedoch auf eine DCM-Gesellschaft mit der Nummer fünf: Als frühere Komplementärin ist die DCM Flugzeugfonds 5 Verwaltungs GmbH eingetragen. Zudem geht der LHI Flugzeugfonds 3 bereits aus der DCM GmbH & Co. Flugzeugfonds 3 KG hervor. Maßgeblich für die eigene Beteiligung ist die Firmierung mit Registernummer, hier HRA 93131.
Wie lautet der vollständige Name der Fondsgesellschaft?
LHI Flugzeugfonds 5 GmbH & Co. KG mit Sitz im Emil-Riedl-Weg 6 in 82049 Pullach im Isartal, eingetragen beim Amtsgericht München unter HRA 93131. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die LHI Flugzeugfonds 5 Verwaltungs GmbH. Unter dieser Firmierung läuft die Korrespondenz mit der Fondsverwaltung und dem Finanzamt.
Wie ist der Fonds finanziert?
Das Fremdkapital beträgt rund 105,1 Millionen US-Dollar. Wie bei Flugzeugfonds üblich, ist die finanzierende Bank vorrangige Gläubigerin: Aus einem späteren Verkaufserlös wird zuerst ihr Darlehen zurückgeführt, erst danach bleibt etwas für die Anleger. Kaufpreis, Leasingraten und Darlehen lauten auf US-Dollar; daraus ergibt sich zusätzlich ein Währungsrisiko.
Was passiert mit der Beteiligung am LHI Flugzeugfonds 5 im Erbfall?
Bei dieser Flugzeugbeteiligung entscheidet der Gesellschaftsvertrag der Fondsgesellschaft. Ein direkt gehaltener Kommanditanteil geht beim Tod des Anlegers nach den Erbquoten unmittelbar auf die einzelnen Erben über; eine Erbengemeinschaft am Anteil entsteht nicht. Bei einer Treuhandbeteiligung gilt der Treuhandvertrag. In der Regel verlangt die Gesellschaft einen Erbnachweis, etwa Erbschein oder notarielles Testament. Wer die Beteiligung nicht behalten möchte, kann sie nach der Legitimation am Zweitmarkt verkaufen. Grundlagen: Beitrag Erbschaft von geschlossenen Immobilienfonds.
Fazit und Ausblick
Der LHI Flugzeugfonds 5 finanzierte einen Boeing-777-Frachter aus dem Jahr 2009 mit AeroLogic als Leasingnehmer. Die Erstvermietung endete um 2019. Bei den Bezeichnungen weichen Portalangaben und Registerdaten voneinander ab.
Für die Beurteilung zählen drei Fragen: Wie ist das Flugzeug heute beschäftigt, wie hoch ist die Restvaluta des Darlehens, und wie steht der Dollar? Eindeutig ist allein die Firmierung mit der Registernummer, nicht die Produktbezeichnung.
Flugzeugfonds am Zweitmarkt verkaufen
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