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Immobilienpreisentwicklung aktuell September 2026

Die kurze Antwort

Der Immobilienmarkt gerät im September 2026 weiter unter Zinsdruck: Die EZB hebt den Einlagensatz auf 2,50 Prozent, die Inflation steigt auf 3,3 Prozent und zehnjährige Bauzinsen klettern über 4 Prozent. Wohnimmobilien legen nominal nur 0,6 Prozent zu und verlieren real an Wert.

Der September 2026 bringt die Eskalation auf mehreren Ebenen zugleich. Die Inflation springt auf 3,3 Prozent, getrieben von Energiepreisen mit einem Plus von 14,9 Prozent. Die EZB erhöht am 10. September zum zweiten Mal in diesem Jahr, die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen steigt zeitweise auf rund 3,6 Prozent, und die Bauzinsen durchbrechen die 4-Prozent-Marke. Für den Immobilienmarkt beginnt damit eine Phase, in der nominale Preisstabilität reale Wertverluste verdeckt.

Markt-Schnellcheck

Inflation Die deutsche Teuerung springt im September auf 3,3 Prozent (August: 2,9 Prozent), die Energiepreise legen um 14,9 Prozent zu.

Zinserhöhung Die EZB hebt den Einlagensatz am 10. September auf 2,50 Prozent an, die zweite Erhöhung des Jahres nach dem Schritt im Juni.

Bundrenditen Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen steigt zeitweise auf rund 3,6 Prozent, nach etwa 2,9 Prozent zu Jahresbeginn.

Bauzinsen Zehnjährige Baukredite kosten nach Interhyp-Daten knapp 4,2 Prozent und damit so viel wie seit 2023 nicht mehr (Dezember 2025: 3,6 Prozent).

Wohnmarkt Die Preise für Wohnimmobilien liegen im zweiten Quartal nur 0,6 Prozent über Vorjahr, Eigentumswohnungen in den sieben größten Städten verbilligen sich um 0,4 Prozent. Nach Abzug der Inflation entspricht das Gesamtplus einem Wertverlust von rund 2 Prozent.

Fondskrise Die Börsenkurse offener Immobilienfonds liegen im Schnitt gut 21 Prozent unter den Rücknahmepreisen, inzwischen haben vier Fonds die Rücknahme ausgesetzt.

3,3 %
Inflation
▲ +0,4 PP gg. August
2,50 %
EZB-Einlagensatz
▲ +0,25 PP am 10.09.
~3,6 %
Bundrendite 10J
▲ Jahresbeginn: 2,9 %
~4,2 %
Bauzins 10J (Interhyp)
▲ Hoch seit 2023

Aktuelle Meldungen Immobilienmarkt September 2026

Drei Entwicklungen prägen den September 2026: Die EZB hebt die Leitzinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr an, die Inflation steigt auf 3,3 Prozent, und die Bauzinsen erreichen den höchsten Stand seit 2023.

EZB erhöht die Zinsen zum zweiten Mal auf 2,50 Prozent

Am 10. September hat die EZB ihre Leitzinsen erneut um 25 Basispunkte angehoben. Der Einlagensatz liegt seit dem 16. September bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Nach dem ersten Schritt im Juni ist dies die zweite Erhöhung des Jahres. Die Notenbank begründet den Schritt mit dem gestiegenen Inflationsdruck: Die Teuerung im Euroraum war im August nach der Schnellschätzung auf 3,3 Prozent geklettert, die Energiepreise lagen 14,3 Prozent über Vorjahr. Eurostat bezifferte die Rate später endgültig auf 3,2 Prozent. Für den deutschen Immobilienmarkt bedeutet der Schritt vor allem eines: Die Finanzierungskosten werden auf erhöhtem Niveau zementiert, eine Entlastung bleibt bis auf Weiteres aus.

Inflation springt auf 3,3 Prozent, Energie treibt mit 14,9 Prozent

Die deutsche Inflation ist im September auf 3,3 Prozent gestiegen und verzeichnet damit den dritten Anstieg in Folge. Die Energiepreise legten um 14,9 Prozent zum Vorjahr zu, nach 10,5 Prozent im August. Die Kerninflation blieb mit 2,4 Prozent stabil, was den energiegetriebenen Charakter der Teuerung unterstreicht. Für Immobilieneigentümer entsteht daraus doppelter Druck: Die Betriebskosten steigen weiter, und die Zinsen bleiben hoch, weil die Notenbank auf die Gesamtinflation reagiert.

Bauzinsen durchbrechen die 4-Prozent-Marke

Die Bauzinsen haben im September eine psychologisch wichtige Schwelle überschritten. Bereits am 10. September lagen zehnjährige Baukredite nach Daten des Vermittlers Interhyp bei rund 4 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 2023; im Dezember 2025 waren es noch 3,6 Prozent. Nach der EZB-Entscheidung zogen die Konditionen weiter an: Interhyp meldete knapp 4,2 Prozent, die FMH-Finanzberatung 4,29 Prozent. Für viele Kaufinteressenten verschiebt sich damit die Finanzierbarkeit spürbar.

Inflationsrate Deutschland 2026 (% ggü. Vorjahr), dritter Anstieg in Folge

EZB-Ziel: 2,0 %
2,3
Juni
2,8
Juli
2,9
August
3,3
September

Wohnimmobilien Entwicklung September 2026

Der Wohnimmobilienmarkt stagniert nominal und verliert real an Wert: Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise im zweiten Quartal 2026 nur 0,6 Prozent über dem Vorjahresquartal. Damit setzt sich die Abkühlung fort, die sich bereits im August 2026 abzeichnete.

Gegenüber dem Vorquartal legte der Häuserpreisindex um 0,3 Prozent zu. Gemessen an einer Inflation von durchschnittlich rund 2,6 Prozent im selben Quartal entspricht das real einem Wertverlust von rund 2 Prozent. Regional laufen die Entwicklungen auseinander: In den sieben größten Städten sanken die Preise für Eigentumswohnungen um 0,4 Prozent zum Vorjahr, Ein- und Zweifamilienhäuser legten dort um 0,7 Prozent zu. In dichter besiedelten ländlichen Kreisen verbilligten sich Eigentumswohnungen sogar um 1,8 Prozent. Die durchschnittlichen Angebotspreise liegen bei etwa 3.315 Euro pro Quadratmeter für Häuser und 4.375 Euro für Eigentumswohnungen. Der Nachfrageüberhang nach Wohnraum besteht fort, doch Bauzinsen über 4 Prozent schließen immer mehr Interessenten von der Finanzierung aus. Zusätzlich verschärft sich der Brown Discount, weil die um 14,9 Prozent gestiegenen Energiepreise energetisch schlechte Objekte weiter entwerten. Den längeren Verlauf seit der Zinswende zeichnet der Rückblick auf die Preisentwicklung 2020 bis 2025 nach.

Das Zinsniveau im September 2026 (in Prozent)

EZB-Einlagensatz
2,50
erhöht am 10.09.
Bundrendite 10J
~3,6
Januar: 2,9
Bauzins 10J
~4,2
Hoch seit 2023

Gewerbeimmobilien Entwicklung September 2026

Der Gewerbemarkt bleibt gespalten: Büro- und Gesundheitsimmobilien verzeichneten im ersten Halbjahr deutlich mehr Investitionen, Einzelhandel und Hotel blieben schwach. Mit Bundrenditen um 3,6 Prozent wächst im September in allen Segmenten der Bewertungsdruck.

Büro: Der Renditeabstand schrumpft gefährlich

Der Büromarkt hatte im ersten Halbjahr mit einem Transaktionsplus von 66 Prozent auf 3,45 Milliarden Euro überrascht, konzentriert auf wenige großvolumige Deals in Premiumlagen. Der breite Bestand bleibt strukturell schwach: Die durchschnittliche Leerstandsquote der sieben größten Bürostandorte lag zur Jahresmitte bei 8,5 Prozent, am höchsten in Düsseldorf mit 11,8 Prozent, am niedrigsten in Köln mit 5,0 Prozent. Mit einer Bundrendite von zeitweise rund 3,6 Prozent verschärft sich der Bewertungsdruck im September erheblich, denn der Abstand zwischen risikofreier Anleiherendite und Immobilienrendite schrumpft weiter. Ältere, energetisch schwache Objekte sind praktisch nur noch zu deutlich reduzierten Preisen oder als Konversionsobjekte handelbar.

Handel: Der sichere Hafen bleibt schwach

Der Einzelhandel erlebte ein verhaltenes erstes Halbjahr: Das Investmentvolumen sank um 35 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, der vermeintlich sichere Hafen hat an Zugkraft verloren. Lebensmittelgeankerte Nahversorgung bleibt das stabilste Teilsegment, ihre Spitzenrendite hielt sich bei 4,6 Prozent. Die gestiegenen Finanzierungskosten begrenzen den Spielraum für Renditekompression allerdings deutlich.

Pflege: Nachfrage stark, Betreiberrisiko ungelöst

Gesundheitsimmobilien erreichten im ersten Halbjahr ein Investmentvolumen von 1,38 Milliarden Euro, ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum; die Netto-Spitzenrendite für Pflegeheime stieg leicht auf 5,5 Prozent. Die demografisch getriebene Nachfrage stützt das Segment weiterhin. Der Betreibermarkt bleibt dabei in Bewegung: Von Januar bis April standen 236 Schließungen von Pflegeangeboten 347 Neugründungen gegenüber. Steigende Personalkosten und das nochmals gestiegene Zinsniveau bleiben für Betreiber die strukturelle Schwäche des Segments.

Hotel: Weniger Volumen, höhere Renditeforderung

Der Hotelinvestmentmarkt blieb im ersten Halbjahr mit 720,9 Millionen Euro um 23,8 Prozent unter dem Vorjahr. Gleichzeitig verlangen Investoren mehr: Die Spitzenrendite für langfristig verpachtete Hotels kletterte im zweiten Quartal auf 5,25 Prozent. Nach der zweiten EZB-Erhöhung und Bundrenditen um 3,6 Prozent dürfte der Druck auf die Bewertungen anhalten, weil kapitalintensive Betreibermodelle besonders zinssensibel reagieren.

Entwicklung Immobilienfonds September 2026

Offene Immobilienfonds stehen weiter unter Druck: Ihre Börsenkurse liegen im Schnitt gut 21 Prozent unter den offiziellen Rücknahmepreisen, und inzwischen nehmen vier Fonds keine Anteile mehr zurück.

Die Vertrauenskrise erreicht im September eine neue Stufe. Eine Finanztip-Auswertung von 15 Fonds mit Stand 23. September zeigt eine durchschnittliche Kursdifferenz von gut 21 Prozent zwischen Börsenkurs und Rücknahmepreis, nach Fondsvolumen gewichtet von gut 15 Prozent. Der Markt bewertet die Portfolios damit deutlich vorsichtiger als die Gutachter der Fondsgesellschaften. Das Vermögen der offenen Immobilien-Publikumsfonds lag laut BVI zuletzt bei 112 Milliarden Euro, 8 Prozent weniger als im Vorjahr; 2025 zogen Anleger 7,7 Milliarden Euro ab, von Januar bis Juli 2026 weitere rund 3,7 Milliarden Euro. Anfang September hatten drei Fonds die Rücknahme ausgesetzt, nach Finanztip-Angaben sind es inzwischen vier; der KanAm Leading Cities Invest wird seit Juni abgewickelt. Marktbeobachter befürchten weitere Aussetzungen. Das nochmals gestiegene Zinsniveau macht Festgeld und Anleihen zusätzlich attraktiv und verschärft den Kapitalabzug. Betroffen ist dabei ausschließlich die offene Fondsstruktur mit ihrer laufenden Anteilsrückgabe; worin sie sich von der geschlossenen Variante unterscheidet, zeigt der Beitrag offene vs. geschlossene Fonds im Vergleich. Ein geschlossener Immobilienfonds sieht eine Rückgabe von Anteilen an die Gesellschaft dagegen grundsätzlich nicht vor.

~21 %
Kursdifferenz Börsenkurs zu Rücknahmepreis (Ø 15 Fonds)
112 Mrd. €
Fondsvermögen der Publikumsfonds, −8 % zum Vorjahr
4 + 1
Fonds mit ausgesetzter Rücknahme, einer in Abwicklung

Glossar

Realer Wertverlust
Wenn der nominale Preisanstieg einer Immobilie geringer ausfällt als die Inflation. Bei 0,6 Prozent Preisplus und durchschnittlich 2,6 Prozent Teuerung im selben Quartal verliert eine Immobilie real rund 2 Prozent an Kaufkraft, obwohl ihr Preisschild stabil aussieht.
Renditeabstand
Die Differenz zwischen der Rendite sicherer Staatsanleihen und der Anfangsrendite einer Immobilie. Sie ist die Risikoprämie des Investors. Schrumpft sie, wird die Immobilie im Vergleich zur Anleihe unattraktiv, und die Kaufpreise geraten unter Druck.
Brown Discount
Die Preisdifferenz, die der Markt bei energetisch unsanierten Immobilien ansetzt. Sie wächst mit steigenden Energiepreisen und verschärften Effizienzanforderungen, weil hohe Betriebskosten den erzielbaren Kaufpreis mindern.
Kursdifferenz zum Rücknahmepreis
Die Differenz zwischen dem offiziellen Rücknahmepreis eines offenen Immobilienfonds und dem Kurs, zu dem Anteile an der Börse gehandelt werden. Eine große Differenz zeigt, dass Anleger den offiziellen Bewertungen misstrauen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum erhöht die EZB die Zinsen, obwohl die Kerninflation stabil ist?
Die Notenbank orientiert sich an der Gesamtinflation, die im Euroraum im August auf 3,2 Prozent gestiegen war. In Deutschland liegt sie im September bei 3,3 Prozent, getrieben von Energiepreisen mit einem Plus von 14,9 Prozent. Die Kerninflation blieb zwar bei 2,4 Prozent stabil, doch die EZB erwartet, dass die Inflation für längere Zeit deutlich über ihrem Zielwert von 2 Prozent bleibt.
Was bedeuten Bauzinsen über 4 Prozent für Käufer?
Zehnjährige Baukredite kosten nach Interhyp-Daten knapp 4,2 Prozent, nach 3,6 Prozent im Dezember 2025. Bei einem Darlehen von 400.000 Euro bedeutet das im ersten Jahr rund 2.400 Euro mehr Zinsen. Viele Kaufinteressenten müssen ihr Budget reduzieren oder den Kauf verschieben, was die Nachfrage spürbar dämpft.
Fallen die Immobilienpreise jetzt?
Nominal halten sich die Preise noch: Im zweiten Quartal lag das Plus laut Statistischem Bundesamt bei 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Real bedeutet das bei einer Inflation von durchschnittlich 2,6 Prozent einen Wertverlust von rund 2 Prozent. Eigentumswohnungen in den sieben größten Städten sind bereits 0,4 Prozent günstiger als vor einem Jahr. Besonders betroffen sind energetisch schlechte Objekte, während gut gelegene, sanierte Immobilien stabiler bleiben.

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Fazit zur Immobilienpreisentwicklung September 2026

Der September 2026 markiert den Punkt, an dem sich der Druck auf den deutschen Immobilienmarkt von mehreren Seiten zugleich verdichtet. Die Inflation springt auf 3,3 Prozent, die EZB erhöht zum zweiten Mal in diesem Jahr auf 2,50 Prozent, die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen klettert zeitweise auf rund 3,6 Prozent, und die Bauzinsen erreichen den höchsten Stand seit 2023. Die Wohnimmobilienpreise wirken mit einem Plus von 0,6 Prozent stabil, verlieren real aber rund 2 Prozent an Wert. Im Gewerbebereich schrumpft der Renditeabstand zu sicheren Anleihen, und bei den offenen Immobilienfonds signalisiert eine durchschnittliche Kursdifferenz von gut 21 Prozent zum Rücknahmepreis offenes Misstrauen gegenüber den Bewertungen. Die entscheidende Frage für das Schlussquartal lautet, ob der Energieschock nachlässt und der EZB damit eine Pause erlaubt, oder ob weitere Zinsschritte folgen und aus der schleichenden realen Entwertung eine sichtbare nominale Preiskorrektur wird. Für Anteilseigner geschlossener Fonds, deren Kapital an dieses Marktumfeld gebunden ist, eröffnet der Verkauf am Zweitmarkt einen planbaren Ausstiegszeitpunkt.

Eduard Meider – Investor für geschlossene Fonds am Zweitmarkt

Über den Autor

Eduard Meider

Investor und Unternehmensberater mit Schwerpunkt auf den Zweitmarkt für geschlossene Fonds/AIFs, insbesondere in den Assetklassen Immobilien und Schiffe.

Nach seinem Studium zum Master of Science in Internationaler Finanzwirtschaft an der HWR Berlin blickt er auf über 10 Jahre berufliche Investmenterfahrung zurück, unter anderem als Investment- und Fondsmanager für ein Family Office und dessen Kapitalverwaltungsgesellschaft mit Schwerpunkt auf geschlossene Immobilienfonds. Zuvor durchlief er Stationen in der Wirtschaftsprüfung bei PwC und im Venture Capital bei der KLINGEL-Gruppe.

Zudem ist er Autor international erschienener Fachbücher, unter anderem „Decentralized Finance für Einsteiger“ sowie „Financial Innovation and Value Creation“ bei Springer.

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