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Jagdfeld und die Fundus Fonds – Fondsliste, Verwaltung und Erfahrungen

Die kurze Antwort

Fundus Fonds sind geschlossene Immobilienfonds für Büros, Einkaufszentren und Hotels aus dem Umfeld der Fundus-Gruppe des Unternehmers Anno August Jagdfeld. Die Objekte mehrerer dieser Fonds verwaltet die Jagdfeld Real Estate mit Sitz in Düren, ein Unternehmensbereich der Jagdfeld Gruppe.

Wer einen „Fundus Fonds“ oder eine Beteiligung mit „DI“ oder „Jagdfeld“ im Namen der Gesellschaft hält, begegnet in den Unterlagen mehreren Firmennamen aus dem Umfeld der Familie Jagdfeld. Dieser Beitrag ordnet ein, wie die Namen Fundus-Gruppe, DI-Gruppe und Jagdfeld Real Estate zusammenhängen, wer die Fonds verwaltet, welche Fonds sich belegen lassen und welche Vorgänge aus der Fondsgeschichte öffentlich dokumentiert sind. Die Einzelfonds mit eigenem Beitrag sind in der Fondsübersicht verlinkt.

Überblick: Jagdfeld und die Fundus Fonds auf einen Blick

GRUPPE Jagdfeld Gruppe nach eigener Angabe 1975 gegründet; Jagdfeld Real Estate mit Hauptsitz in Düren, bis 2022 DI-Gruppe, davor Fundus-Gruppe.

GRÜNDER Anno August Jagdfeld; beim Adlon-Fonds nach Angabe der Verwalterin zugleich persönlich haftender Gesellschafter.

VERWALTER JAGDFELD RE Management GmbH, Amtsgericht Düren HRB 4692, vormals DI Management GmbH.

FONDSARTEN Büro, Handel und Hotel; die Registerfirmen der Gesellschaften tragen, soweit nummeriert, Fondsnummern von 2 bis 35.

DOKUMENTIERT Insolvenz des Heiligendamm-Fonds 2012, Schadensersatzverfahren Jagdfelds gegen Signal Iduna um den Adlon-Fonds, verfehlte Kapitalmehrheit bei der Verkaufsabstimmung 2026.

Von der Fundus-Gruppe zur Jagdfeld Real Estate

Fundus-Gruppe, DI-Gruppe und Jagdfeld Real Estate sind aufeinanderfolgende Namen der Immobilienaktivitäten der Familie Jagdfeld. Nach eigener Darstellung wurde die Jagdfeld Gruppe 1975 gegründet; ihre Keimzelle ist das Immobiliengeschäft mit öffentlich angebotenen Immobilienkapitalanlagen, hervorgegangen aus dem Treuhand- und Steuerberatungsgeschäft des Gründers Anno August Jagdfeld. Nach Wikipedia arbeitete er als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und gründete eine eigene Immobiliengesellschaft, die ihren Sitz in Düren hat; über geschlossene Immobilienfonds finanzierte er mit dem Geld privater Anleger eine Reihe großer Bau- und Immobilienprojekte.

Nach Wikipedia war das von ihm aufgebaute Firmengeflecht in der von ihm geführten Fundus-Gruppe zusammengefasst, die später in Deutsche Immobilien-Gruppe (DI-Gruppe) umbenannt wurde. Der Tagesspiegel schrieb im Dezember 2019, die Deutsche Immobilien-Gruppe dürfte vielen unter dem Namen eines Vorgängerunternehmens, der Fundus-Gruppe, bekannter sein. In einer Pressemitteilung vom 18. Januar 2019 nannte sich die Gruppe DI-Gruppe, ihre Kerngesellschaften hießen DI Management GmbH, DI Technik GmbH und DI Wohnen GmbH. Zum 1. August 2022 fasste die Familie nach einer Pressemitteilung alle Aktivitäten unter dem Dach der Jagdfeld Gruppe zusammen; die bisherige DI-Gruppe wurde nach der Mitteilung zur Jagdfeld Real Estate, aus der DI Management GmbH wurde die JAGDFELD RE Management GmbH, ohne gesellschaftsrechtliche Änderungen.

Zur Größe macht die Gruppe selbst Angaben: Sie nennt mehr als 800 realisierte, revitalisierte und verwaltete Objekte und mehr als 100.000 private und institutionelle Anleger. Beide Zahlen lassen sich nicht unabhängig prüfen. Zu ihren prominentesten Vorhaben zählt die Gruppe nach eigener Angabe das Hotel Adlon in Berlin und das Grand Hotel Heiligendamm.

Wer die Fundus Fonds verwaltet

Die Objekte mehrerer Fundus Fonds betreut nach den Referenzseiten der Verwalterin die JAGDFELD RE Management GmbH in Düren, die aus der früheren DI Management GmbH hervorging. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düren unter HRB 4692 eingetragen, Geschäftsadresse ist die Kölnstraße 89 in Düren. Nach Einträgen im Bundesanzeiger (Jahresabschlüsse für die Geschäftsjahre 2017 bis 2019) hieß die DI Management GmbH zuvor DVI Deutsche Verwaltungsgesellschaft für Immobilien mbH.

Auf ihrer Website nennt die Verwalterin „Fund Management“ als eigenen Bereich. Dort beschreibt sie eine Trennung von Portfolio- und Asset-Management und die regelmäßige Prüfung ausgelagerter Dienstleistungen auf Compliance und Interessenkonflikte; das ist eine Eigendarstellung. Auf den Referenzseiten der einzelnen Objekte führt die Verwalterin Asset-, Property- und technisches Property Management auf und nennt als Eigentümer des Objekts einen geschlossenen Immobilienfonds, etwa beim Rathaus-Center Pankow. Beim Hotel Adlon bezeichnet sie sich als Geschäftsbesorgerin des Adlon-Fonds; als persönlich haftender Gesellschafter führt Anno August Jagdfeld nach einer Mitteilung der Verwalterin die Geschäfte dieses Fonds.

Als Treuhänderin der Fundus Fonds nennt der Aktionsbund Aktiver Anlegerschutz die Treuhandgesellschaft Jagdfeld & Partner Steuerberatungsgesellschaft mbH; die Angabe des Aktionsbunds stammt nach seinen Quellenangaben aus dem Jahr 2022.

Welche Fundus Fonds es gibt

Die Fundus Fonds tragen Nummern von 2 bis 36, hinzu kommen die Fundus Spezialfonds 1 bis 10; eine Gesamtzahl aller je aufgelegten Fundus Fonds lässt sich aus öffentlichen Quellen nicht belegen. Die erste Übersicht nennt die Fundus Fonds mit Fondsnummer und den Registerangaben des Amtsgerichts Düren, die zweite die Spezialfonds. Fonds mit eigenem Beitrag sind verlinkt.

Fundus Fonds nach Fondsnummer mit Registerfirma (Amtsgericht Düren)
Fonds Objekt (Zuordnung nach Registerfirma) Registerfirma HRA
Fundus Fonds Nr. 2 Einkaufszentrum Halver (Ortsangabe der Registerfirma) DI Einkaufszentrum Halver Nr. 2 KG 1243
Fundus Fonds Nr. 9 SB- und Fachmärkte in Dülmen und Aachen (Ortsangabe der Registerfirma) DI SB und Fachmärkte Dülmen und Aachen Nr. 9 KG 1344
Fundus Fonds Nr. 15‑2 Einkaufszentrum Kirchheim unter Teck (Ortsangabe der Registerfirma) DI Einkaufszentrum Kirchheim-Teck Nr. 15-2 KG 1366
Fundus Fonds Nr. 23 Einkaufszentrum Siegen-Weidenau (Ortsangabe der Registerfirma) DI Einkaufszentrum Siegen-Weidenau Nr. 23 KG 1410
Fundus Fonds Nr. 24 Bürogebäude Oberkasseler Straße, Bonn DI Bürohaus Bonn Nr. 24 KG 1412
Fundus Fonds Nr. 25 Fachmarktzentrum Delitzsch DI Fachmarktzentrum Delitzsch Nr. 25 KG 1413
Fundus Fonds Nr. 26 Bürogebäude Spreebogen Plaza, Berlin DI Spreebogen Plaza Berlin Nr. 26 KG 1408
Fundus Fonds Nr. 28 Plaza Frankfurter Allee, Berlin-Friedrichshain DI Plaza Frankfurter Allee Berlin Nr. 28 KG 1496
Fundus Fonds Nr. 30 Hotel c/o 56 Chemnitz DI Hotel Chemnitz Nr. 30 GmbH & Co. KG 1525
Fundus Fonds Nr. 31 Hotel Adlon, Berlin Jagdfeld Hotel-Adlon FUNDUS FONDS Nr. 31 KG 1531
Fundus Fonds Nr. 32 Forum Köpenick, Berlin DI Einkaufszentrum Forum Köpenick Nr. 32 KG 1542
Fundus Fonds Nr. 33 Parkhotel Quellenhof, Aachen DI Parkhotel Quellenhof Aachen Nr. 33 GmbH & Co. KG 1491
Fundus Fonds Nr. 34 Grand Hotel Heiligendamm (Insolvenz des Fonds 2012, siehe unten) Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. Kommanditgesellschaft 1485
Fundus Fonds Nr. 35 Rathaus-Center Pankow, Berlin DI Rathaus-Center Pankow Nr. 35 KG 1603
Fundus Fonds Nr. 36 Strandhotel Zingst-Darß, Zingst Strandhotel Zingst-Darß GmbH & Co. KG (ohne Nummer in der Firma) 2470

Die Angaben zu Registerfirma und HRA stammen aus dem Handelsregisterportal der Länder. Die verlinkten Referenzseiten der Verwalterin nennen als Eigentümer jeweils einen geschlossenen Immobilienfonds ohne Fondsnummer; die Zuordnung von Objekt und Fonds folgt dem Namen der Registerfirma. Bei den Hotels in Chemnitz und Aachen nennt das Impressum des Hotels die jeweilige Fondsgesellschaft als Betreiberin der Seite. Ein eingetragenes Registerblatt sagt nichts über den wirtschaftlichen Stand einer Gesellschaft aus. Bei den Fonds 34 (Grand Hotel Heiligendamm) und 36 (Strandhotel Zingst-Darß) trägt die Registerfirma keine Nummer; Fonds 34 wird unten eingeordnet, ebenso Fonds 27 (Bürohaus Pyramide), zu dem sich keine Registerfirma fand. Hinzu kommen ältere Gesellschaften mit dem Namensmuster „Immobilien-Anlagen Objekt“ und einem Ortsnamen, deren Fondsnummer und Objekt sich öffentlich nicht zuordnen lassen.

Fundus Spezialfonds 1 bis 10

Die Fundus Spezialfonds 1 bis 10 sind Wohnimmobilienfonds. Ihre Objekte sind Wohnanlagen, überwiegend in Frankfurt am Main, außerdem in Aachen, Dietzenbach, Hannover und Offenbach. Die Verwalterin führt auf ihrer Website unter Objekte und Ansprechpartner Wohnanlagen an diesen Standorten auf, ordnet sie dort aber keinen Fondsnummern zu.

Fundus Spezialfonds 1 bis 10 mit Registerfirma (Amtsgericht Frankfurt am Main)
Fonds Objekt Registerfirma HRA
Fundus Spezialfonds 1 Wohnanlage „Gut Kullen“, Aachen „Gut Kullen“ Claus Cohrs Wohnungsverwaltungs-GmbH & Co. KG 45495
Fundus Spezialfonds 2 Wohnanlage Riedpark, Frankfurt-Bergen-Enkheim „Riedpark“ Wohn- und Geschäftshaus Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. Apartmenthaus KG 26079
Fundus Spezialfonds 3 Wohnanlage Gallus-Park, Frankfurt am Main Wohnanlage Gallus-Park Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG 26890
Fundus Spezialfonds 4 Wohnanlage Bonames, Frankfurt am Main bona Grundbesitzverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG „Wohnanlage Bonames“ 27988
Fundus Spezialfonds 5 Wohnanlagen Konstanzer Straße, Frankfurt am Main Wohnanlage Gallus-Park Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG „Wohnanlage Konstanzer Straße“ 27689
Fundus Spezialfonds 6 Wohnanlagen Mainbogen, Frankfurt am Main bona Grundbesitzverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG Wohnanlagen Mainbogen 28431
Fundus Spezialfonds 7 Wohnanlagen Sandelmühle, Dietzenbach bona Grundbesitzverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG Wohnanlagen Sandelmühle 28769
Fundus Spezialfonds 8 Wohnanlage Westpark, Frankfurt-Sossenheim bona Grundbesitzverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG „Wohnanlage Westpark“ 28837
Fundus Spezialfonds 9 Wohn- und Geschäftsanlagen Hannover und Offenbach bona Wohn- und Geschäftsanlagen Hannover und Offenbach GmbH & Co. KG 30974
Fundus Spezialfonds 10 Wohnanlage Gallus-Park, Frankfurt am Main Wohnanlage Gallus-Park Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG 26890

Die Registerangaben der Spezialfonds (Amtsgericht Frankfurt am Main) beruhen auf den Daten eines Firmenregister-Portals. Die Nummern 3 und 10 führen im Register denselben Firmennamen; die Zuordnung der Nummern zu den Gesellschaften folgt den Firmennamen. Ein eingetragenes Registerblatt sagt nichts über den wirtschaftlichen Stand einer Gesellschaft aus.

Erfahrungen und Kritik: Was dokumentiert ist

Öffentlich dokumentiert sind bei den Fundus Fonds berichtete geringe oder ausgebliebene Ausschüttungen, die Insolvenz des Fonds 34 und ein Schadensersatzverfahren um den Adlon-Fonds. Die Stiftung Warentest gab im Februar 2007 die Darstellung enttäuschter Anleger wieder, viele der 56.000 Anleger der Fundus Fonds hätten geringe oder gar keine Ausschüttungen erhalten. Für Fonds 29 setzten Anleger nach diesem Bericht einen externen Prüfer durch.

Für den Adlon-Fonds ist ein Rechtsstreit dokumentiert. Anno August Jagdfeld und ein Immobilienfonds, dessen Geschäftsführer er war, verklagten die Signal Iduna Versicherung auf Schadensersatz und warfen ihr nach den Berichten eine „Rufmordkampagne“ im Zusammenhang mit dem Adlon vor. Die Versicherung, die mit fünf Millionen Euro selbst am Fonds beteiligt war, wies die Vorwürfe zurück. Laut Cash lag die Forderung im Dezember 2016 bei 536 Millionen Euro. Das Landgericht Dortmund wies die Klage nach dpa-Bericht am 30. April 2020 ab. Das Oberlandesgericht Hamm wies die Schadensersatzklage nach der Meldung des Beck-Verlags vom 29. März 2022 mit Urteil vom 28. März 2022 (Az. I-8 U 73/20) ebenfalls ab, sah die behauptete Kampagne als nicht bewiesen an und ließ die Revision nicht zu. Nach einem Bericht vom 13. Mai 2024 wies der Bundesgerichtshof die Nichtzulassungsbeschwerde Jagdfelds vollständig zurück. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Wortlaut ließ sich nicht abrufen.

Die allgemeinen Risiken einer solchen Beteiligung, darunter die lange Kapitalbindung, Haftungsfragen und Objektrisiken, beschreibt der Beitrag zu den Risiken geschlossener Immobilienfonds.

Gesellschafterbeschlüsse am Beispiel des Adlon-Fonds

Beim Adlon-Fonds verfehlte 2026 der Beschluss über einen Hotelverkauf die geforderte Kapitalmehrheit knapp. Nach der Pressemitteilung der Verwalterin vom 1. September 2026 stimmten 86 Prozent der Gesellschafter zu, die im Gesellschaftsvertrag geforderte Kapitalmehrheit von 75 Prozent wurde mit 71,04 Prozent verfehlt; die Fondsgesellschaft wird unverändert fortgeführt. Vor der Abstimmung berichtete der rbb unter Berufung auf die Immobilien-Zeitung, den Gesellschaftern sei eine Liquidation des Fonds mit einem Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro vorgeschlagen worden; nach Angaben der Jagdfeld-Gruppe besteht mit Kempinski ein Pachtvertrag bis Ende 2032. Die Zahlen gibt der Bericht der Entwicklungsstadt übereinstimmend wieder.

Vor der Abstimmung war die Vergütung der Verwalterin ein Streitpunkt. Nach einer dpa-AFX-Meldung vom 19. August 2026 kritisierten Gesellschafter, die nicht namentlich genannt werden wollten, eine Erfolgsbeteiligung der Immobiliengesellschaft Jagdfeld: Sie erhält 20 Prozent des Mehrerlöses, wenn der Kaufpreis über 310 Millionen Euro liegt. Bei einem Preis von 350 bis 400 Millionen Euro, den die Kritiker für realistisch halten, könne sie einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen, was aus ihrer Sicht zu viel sei. Die Jagdfeld-Gruppe nannte die Beteiligung nach derselben Meldung marktüblich; sie schaffe Interessengleichheit zwischen den Anlegern und dem persönlich haftenden Gesellschafter. Als Ergebnis der Abstimmung nennen die Berichte die verfehlte Kapitalmehrheit; ob die Vergütungsfrage das Abstimmungsverhalten beeinflusst hat, geht aus ihnen nicht hervor.

Die Mehrheitsregel wird unterschiedlich beschrieben: Die Verwalterin und die Entwicklungsstadt nennen 75 Prozent des Kapitals, der rbb und der Tagesspiegel (dpa) nannten vor der Abstimmung 75 Prozent der abgegebenen Stimmen. Maßgeblich ist der Gesellschaftsvertrag, der öffentlich nicht vorliegt. Ein früheres Beispiel: Nach der Berliner Morgenpost vom 31. Oktober 2012 wollte rund ein Jahr zuvor eine Gruppe von mehr als 200 kritischen Fondszeichnern Anno August Jagdfeld als Geschäftsführer des Adlon-Fonds abwählen; 74 Prozent der Anteilseigner stimmten für seine Strategie.

Fälle aus der Fondsgeschichte: Heiligendamm und Pyramide

Der Fonds 34 mit dem Grand Hotel Heiligendamm musste 2012 Insolvenz anmelden. Nach Finanztest hatte der Fonds rund 1.900 Anleger und eine Gesamtinvestition von rund 127 Millionen Euro. Nach Streit zwischen Jagdfeld und Kempinski kündigte Kempinski den Managementvertrag, seit 2009 betrieb Fundus das Hotel selbst; Ausschüttungen blieben nach Finanztest stets aus, auch nach dem Wechsel des Betreibers. Ein Sanierungskonzept von 2011 sah einen Kapitalschnitt von 90 Prozent vor. Nach dem Welt-Bericht überzeugte Anno August Jagdfeld auf der Gesellschafterversammlung im Herbst 2011 eine Mehrheit von 74 Prozent der Zeichner von dem Kapitalschnitt; seinerzeit waren nur 250 der 1.900 Anleger präsent. Am 27. Februar 2012 stellte der Fonds beim Amtsgericht Aachen den Insolvenzantrag.

Finanztest rechnete 2012 damit, dass der Großteil des Anlegergeldes verloren ist, weil Anleger erst nach allen anderen Gläubigern bedient werden; eine spätere Quote ließ sich nicht ermitteln. Anfang August 2013 meldete der Spiegel einen neuen Eigentümer des Hotels. Bei Fonds 27 berichtete die Stiftung Warentest 2007, das Bürohaus Pyramide habe notverkauft werden müssen; mehrere Anleger dieses Fonds wollten klagen.

Was Anleger mit einer Fundus-Fonds-Beteiligung wissen sollten

Maßgeblich für jede einzelne Beteiligung sind der Gesellschaftsvertrag und der Geschäftsbericht der jeweiligen Fondsgesellschaft, nicht die Unternehmensgruppe. Regeln zu Übertragung, Stimmrecht, Kündigung und Treuhand ergeben sich aus den Unterlagen, die den Anlegern vorliegen.

Nach § 171 HGB haftet ein Kommanditist den Gläubigern bis zur Höhe seiner Haftsumme unmittelbar; die Haftung ist ausgeschlossen, soweit die vereinbarte Einlage geleistet ist. Nach § 172 Abs. 4 HGB gilt die Einlage den Gläubigern gegenüber als nicht geleistet, soweit sie zurückbezahlt wird oder soweit ein Kommanditist Gewinnanteile entnimmt, während sein Kapitalanteil durch Verlust unter den Betrag der Haftsumme herabgemindert ist. Bei den Fonds, die Hotels und Einkaufszentren halten, hängen Wert und Laufzeit der Beteiligung vom Objekt, vom Pächter oder von den Mietern und von der Finanzierung ab. Angaben dazu stehen in der Regel im Geschäftsbericht der Fondsgesellschaft.

Eine Fundus-Fonds-Beteiligung verkaufen

Die Übertragung einer Kommanditbeteiligung richtet sich nach dem Gesellschaftsvertrag des jeweiligen Fonds. Ob ein Anteil übertragen werden kann, in welcher Form und mit welcher Zustimmung, steht dort. Eine Übersicht zu Ablauf, Preisbildung und Kosten bietet der Ratgeber Geschlossene Immobilienfonds verkaufen: Bewertung, Ausstieg und Steuer. Für den Verkauf Ihrer Beteiligung erreichen Sie mich unter fonds@em-strategy.com.

Häufige Fragen zu den Fundus Fonds

Was ist die Fundus-Gruppe?

Die Fundus-Gruppe ist nach Wikipedia und Tagesspiegel der frühere Name beziehungsweise ein Vorgänger der DI-Gruppe, des Immobilienunternehmens um Anno August Jagdfeld mit Sitz in Düren. Nach Angabe der Verwalterin wurde die DI-Gruppe 2022 zur Jagdfeld Real Estate unter dem Dach der Jagdfeld Gruppe. Die geschlossenen Fundus Fonds stammen aus diesem Umfeld.

Wer verwaltet die Fundus Fonds?

Die Objekte mehrerer Fonds betreut nach den Referenzseiten der Verwalterin die JAGDFELD RE Management GmbH in Düren, die frühere DI Management GmbH. Für die einzelne Fondsgesellschaft nennen Gesellschaftsvertrag und Geschäftsbericht, welche Gesellschaft als Komplementärin, Geschäftsführerin und Treuhänderin tätig ist.

Wie viele Fundus Fonds gibt es?

Eine Gesamtzahl lässt sich öffentlich nicht belegen. Die nummerierten Fundus Fonds tragen Nummern von 2 bis 36, dazu kommen die Fundus Spezialfonds 1 bis 10; nicht jede Nummer lässt sich einem Objekt zuordnen, und ältere Gesellschaften tragen statt einer Nummer das Namensmuster „Immobilien-Anlagen Objekt“ mit einem Ortsnamen.

Was sind die Fundus Spezialfonds?

Die Fundus Spezialfonds 1 bis 10 sind Wohnimmobilienfonds. Ihre Objekte liegen überwiegend in Frankfurt am Main, außerdem in Aachen, Dietzenbach, Hannover und Offenbach. Registerfirma und HRA nennt die Übersicht im Abschnitt „Welche Fundus Fonds es gibt“.

Was geschah beim Adlon-Fonds 2026?

Die Gesellschafter stimmten über einen Verkauf des Hotels ab. Nach Angabe der Verwalterin stimmten 86 Prozent zu, die erforderliche Kapitalmehrheit von 75 Prozent wurde mit 71,04 Prozent verfehlt. Der Fonds besteht unverändert fort. Vor der Abstimmung hatten nicht namentlich genannte Gesellschafter die Erfolgsbeteiligung der Verwalterin kritisiert; die Jagdfeld-Gruppe nannte sie marktüblich.

Was wurde aus dem Fonds mit dem Grand Hotel Heiligendamm?

Der Fonds 34 stellte am 27. Februar 2012 beim Amtsgericht Aachen einen Insolvenzantrag. Finanztest rechnete damals damit, dass der Großteil des Anlegergeldes verloren ist. Anfang August 2013 meldete der Spiegel einen neuen Eigentümer des Hotels.

Was passiert mit der Beteiligung an einem Fundus Fonds im Erbfall?

Nach § 177 HGB wird die Gesellschaft beim Tod eines Kommanditisten mangels abweichender vertraglicher Bestimmung mit den Erben fortgesetzt. Welche Nachweise die Gesellschaft verlangt, regelt in der Regel der jeweilige Gesellschaftsvertrag. Hintergründe beschreibt der Beitrag zur Erbschaft von geschlossenen Immobilienfonds.

Fazit

Die Namen Fundus, DI und Jagdfeld stehen nach den ausgewerteten Quellen für aufeinanderfolgende Bezeichnungen der Immobilienaktivitäten der Familie Jagdfeld mit Sitz in Düren; die Objekte mehrerer Fonds betreut die JAGDFELD RE Management GmbH. Die Fondsübersicht zeigt Gesellschaften mit Büro-, Handels- und Hotelobjekten; zu den dokumentierten Vorgängen zählen die Insolvenz des Heiligendamm-Fonds 2012, das Schadensersatzverfahren Jagdfelds gegen Signal Iduna um den Adlon-Fonds und die verfehlte Kapitalmehrheit beim Hotelverkauf 2026.

Für eine einzelne Beteiligung entscheidet die Fondsgesellschaft mit ihrem Objekt, ihrer Finanzierung und ihrem Gesellschaftsvertrag. Wo es einen eigenen Beitrag gibt, sind die Fakten dort ausführlicher dargestellt.

Fundus-Fonds am Zweitmarkt verkaufen

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Eduard Meider – Investor für geschlossene Fonds am Zweitmarkt

Über den Autor

Eduard Meider

Investor und Unternehmensberater mit Schwerpunkt auf den Zweitmarkt für geschlossene Fonds/AIFs, insbesondere in den Assetklassen Immobilien und Schiffe.

Nach seinem Studium zum Master of Science in Internationaler Finanzwirtschaft an der HWR Berlin blickt er auf über 10 Jahre berufliche Investmenterfahrung zurück, unter anderem als Investment- und Fondsmanager für ein Family Office und dessen Kapitalverwaltungsgesellschaft mit Schwerpunkt auf geschlossene Immobilienfonds. Zuvor durchlief er Stationen in der Wirtschaftsprüfung bei PwC und im Venture Capital bei der KLINGEL-Gruppe.

Zudem ist er Autor international erschienener Fachbücher, unter anderem „Decentralized Finance für Einsteiger“ sowie „Financial Innovation and Value Creation“ bei Springer.

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Wichtiger Hinweis & Haftungsausschluss: Ich übernehme keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen in diesem Text. Angaben zu Objekt und Gesellschaft beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und können sich geändert haben; maßgeblich sind stets die Unterlagen der Fondsgesellschaft. Der Beitrag basiert auf journalistischer Recherche und dient ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Er stellt ausdrücklich keine Finanzberatung, Anlageempfehlung oder Vermittlung von Finanzinstrumenten dar. Jede Investitionsentscheidung und jede daraus resultierende Maßnahme erfolgt auf alleinige Verantwortung und Risiko des Lesers.