LHI Flugzeugfonds 1 (ehemals DCM Flugzeugfonds 1) – Boeing 777 Frachter
Der LHI Flugzeugfonds 1 ist ein geschlossener Flugzeugfonds, den heute die LHI Gruppe verwaltet. Er hält ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing 777-200LRF, verleast an AeroLogic.
Dieser Beitrag beschreibt das Flugzeug des LHI Flugzeugfonds 1, die Konstruktion des Fonds und den heutigen Stand der Gesellschaft – und was das für Anleger bedeutet, die ihre Beteiligung heute halten, erben oder verkaufen wollen.
Überblick: LHI Flugzeugfonds 1 auf einen Blick
FLUGZEUG Eine Boeing 777-200LRF mit der Werknummer 36001, ein Frachtflugzeug, zum Kaufpreis von rund 164,4 Millionen US-Dollar.
LEASINGNEHMER AeroLogic, Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und Deutscher Post; Vertrag über zehn Jahre.
FINANZIERUNG Rund 91,5 Millionen US-Dollar Beteiligungskapital und ein Bankdarlehen von nominal 91,0 Millionen US-Dollar.
GESELLSCHAFT LHI Flugzeugfonds 1 GmbH & Co. KG, bis 2014 DCM Flugzeugfonds 1; Verwaltung durch die LHI Gruppe nach der Insolvenz des Emissionshauses.
Inhaltsverzeichnis
Das Flugzeug des LHI Flugzeugfonds 1
Der Fonds erwarb eine Boeing 777-200LRF mit der Werknummer 36001 zum Kaufpreis von rund 164,4 Millionen US-Dollar. Das Kürzel LRF steht für Long Range Freighter: Es handelt sich um die reine Frachtversion der Boeing 777, ausgelegt auf große Reichweite.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Fondsgesellschaft | LHI Flugzeugfonds 1 GmbH & Co. KG, ehemals DCM Flugzeugfonds 1 |
| Flugzeug | Boeing 777-200LRF, Werknummer 36001 |
| Nutzung | Frachtflugzeug |
| Kaufpreis | rund 164,4 Millionen US-Dollar |
| Beteiligungskapital | rund 91,5 Millionen US-Dollar zuzüglich 5 Prozent Agio |
| Bankdarlehen | nominal 91,0 Millionen US-Dollar |
| Leasingnehmer | AeroLogic, Joint Venture von Lufthansa Cargo und Deutsche Post |
| Leasingdauer | zehn Jahre ab Übernahme |
| Anleger | 236 Direktkommanditisten und 2.779 Treugeber |
Die Werknummer ist das verlässliche Kennzeichen. Ein Flugzeug trägt über sein Leben hinweg wechselnde Kennzeichen und Betreiber, die Werknummer bleibt gleich. Bei diesem Fonds lautet sie 36001. Wer den Verbleib der Maschine nachvollziehen möchte, sucht über diese Nummer, nicht über das Luftfahrzeugkennzeichen.
Ein Frachter, kein Passagierflugzeug. Das unterscheidet diesen Fonds von den A380-Beteiligungen, die die Anlageklasse in Verruf gebracht haben. Frachtflugzeuge hängen am Welthandel und schwanken damit stärker als der Passagierverkehr, sind aber breiter einsetzbar: Wer Luftfracht befördert, braucht keine Kabinenausstattung und keine Streckenrechte für Passagiere. Was das für die Weiterverwertung bedeutet, beschreibt der Abschnitt zur Fungibilität von Flugzeugen.
Der Leasingnehmer. AeroLogic ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und Deutscher Post und betreibt eine Flotte aus Boeing-777-Frachtern. Für den Fonds bedeutete das einen Leasingnehmer mit zwei starken Gesellschaftern im Hintergrund. Der Vertrag lief über zehn Jahre.
Konstruktion und Namenswechsel
Die Gesellschaft nahm ihre Geschäftstätigkeit im Juni 2008 auf; die Einwerbung des Beteiligungskapitals von rund 91,5 Millionen US-Dollar zuzüglich fünf Prozent Agio war Ende 2009 abgeschlossen. Beteiligt sind 236 Direktkommanditisten sowie 2.779 Treugeber über die Curia Treuhand GmbH Steuerberatungsgesellschaft in München.
Die Hälfte kam von der Bank. Neben dem Eigenkapital steht ein Bankdarlehen von nominal 91,0 Millionen US-Dollar. Damit ist der Kaufpreis von 164,4 Millionen etwa zur Hälfte fremdfinanziert. Diese Relation ist für die spätere Verwertung entscheidend: Aus dem Verkaufserlös wird zuerst die Bank bedient.
Alles in US-Dollar. Kaufpreis, Beteiligungskapital und Darlehen lauten auf Dollar. Für deutsche Anleger wirkt damit ein Währungsrisiko, das vom Flugzeug unabhängig ist.
Der Namenswechsel 2014. Das Emissionshaus DCM meldete 2013 Insolvenz an. Im Zuge der Verwertung übernahm die LHI Gruppe 2014 die Verwaltung der DCM Flugzeugfonds 1 bis 3 sowie des DCM Triebwerkfonds 1. Seither firmiert die Gesellschaft als LHI Flugzeugfonds 1 GmbH & Co. KG. Die Hintergründe beschreibt der Beitrag DCM Gruppe.
Das geplante Ende. Nach dem Fondskonzept sollte das Flugzeug nach Ablauf der zehnjährigen Leasingdauer an AeroLogic zurückgehen, danach rund sieben Jahre anderweitig vermietet und im Zuge der Liquidation verkauft werden. Diese Annahmen stammen aus dem Prospekt und waren nicht garantiert.
LHI Flugzeugfonds 1: Was Anleger dazu wissen sollten
Auskunft über die LHI Flugzeugfonds 1 GmbH & Co. KG geben allein ihre eigenen Unterlagen: der letzte Geschäftsbericht, die Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen und die jährliche Steuermitteilung mit dem Stand des Kapitalkontos.
Zu bedenken ist der Zeitplan. Das Flugzeug kam 2008 in Dienst, die zehnjährige Erstvermietung endete damit gegen 2018. Ob eine Anschlussvermietung zustande kam, zu welchen Raten und wie lange sie läuft, ist die zentrale Frage bei diesem Fonds. Ein Frachter dieses Alters ist grundsätzlich weiter einsetzbar, aber die Raten liegen nach der Erstvermietung typischerweise deutlich unter den ursprünglichen.
Hinzu kommt die Finanzierungsstruktur. Bei rund 91 Millionen US-Dollar Darlehen entscheidet die verbliebene Restvaluta darüber, ob aus einem späteren Verkauf überhaupt etwas bei den Anlegern ankommt. Die Bank ist vorrangige Gläubigerin; Anleger werden erst bedient, wenn ihre Forderung vollständig zurückgeführt ist. Wie das bei Flugzeugfonds allgemein wirkt, beschreibt der Abschnitt zum Restwertrisiko.
Steuerlich gelten die Regeln für Einkünfte aus einer gewerblich geprägten Personengesellschaft, die der Beitrag Besteuerung geschlossener Fonds beschreibt. Wurden Auszahlungen geleistet, die nicht durch Gewinne gedeckt waren, kann die Kommanditistenhaftung nach § 172 Abs. 4 HGB wieder aufleben; die strukturellen Risiken solcher Beteiligungen sind im Beitrag Risiken geschlossener Immobilienfonds dargestellt.
Beteiligung am LHI Flugzeugfonds 1 verkaufen
Anteile an einem geschlossenen Fonds können nicht an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden. Das eingesetzte Kapital bleibt gebunden, bis das Flugzeug verwertet und die Gesellschaft abgewickelt ist. Wann das geschieht, ist im Voraus nicht bestimmbar: Prospektierte Laufzeiten sind Planannahmen und wurden vielfach überschritten. Ein Ausstieg vorher setzt voraus, dass sich ein Erwerber findet.
Die Übertragung erfolgt durch Abtretung des Kommanditanteils an der LHI Flugzeugfonds 1 GmbH & Co. KG, je nach Gesellschaftsvertrag mit Wirkung zum Monats-, Quartals- oder Jahresende, meist zum Jahresende. Sie bedarf der Zustimmung der Geschäftsführung oder des Treuhänders und wird anschließend im Register umgeschrieben. Da die Beteiligung auf US-Dollar lautet, spielt beim Verkauf der Umrechnungszeitpunkt eine Rolle. Welche Nachweise erforderlich sind und an welchen Punkten Übertragungen in der Praxis scheitern, ist im Beitrag Geschlossene Fonds am Zweitmarkt verkaufen dargestellt.
Für den Verkauf Ihrer Beteiligung erreichen Sie mich unter fonds@em-strategy.com.
Häufige Fragen zum LHI Flugzeugfonds 1
Welches Flugzeug gehört zum LHI Flugzeugfonds 1?
Eine Boeing 777-200LRF mit der Werknummer 36001, also die Frachtversion der Boeing 777 mit großer Reichweite. Der Kaufpreis betrug rund 164,4 Millionen US-Dollar. Verleast wurde die Maschine an AeroLogic, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und Deutscher Post, mit einem Vertrag über zehn Jahre.
Warum heißt der Fonds heute LHI und nicht mehr DCM?
Das Emissionshaus DCM Deutsche Capital Management AG meldete 2013 Insolvenz an. Die LHI Gruppe übernahm 2014 im Rahmen der Verwertung die Verwaltung der DCM Flugzeugfonds 1 bis 3 und des DCM Triebwerkfonds 1. Seither firmiert die Gesellschaft als LHI Flugzeugfonds 1 GmbH & Co. KG. Für die Suche nach Unterlagen ist der aktuelle Name maßgeblich.
Wie war der Fonds finanziert?
Mit rund 91,5 Millionen US-Dollar Beteiligungskapital zuzüglich fünf Prozent Agio und einem Bankdarlehen von nominal 91,0 Millionen US-Dollar. Der Kaufpreis von 164,4 Millionen war damit etwa zur Hälfte fremdfinanziert. Beteiligt sind 236 Direktkommanditisten und 2.779 Treugeber über die Curia Treuhand GmbH in München.
Was war nach Ablauf des Leasingvertrags geplant?
Nach dem Fondskonzept sollte das Flugzeug nach zehn Jahren an AeroLogic zurückgehen, danach rund sieben Jahre anderweitig vermietet und im Zuge der Liquidation verkauft werden. Es handelte sich um Prospektannahmen, nicht um Zusagen. Ob und zu welchen Konditionen eine Anschlussvermietung zustande kam, ergibt sich aus dem Geschäftsbericht.
Was passiert mit der Beteiligung am LHI Flugzeugfonds 1 im Erbfall?
Bei dieser Flugzeugbeteiligung entscheidet der Gesellschaftsvertrag der Fondsgesellschaft. Ein direkt gehaltener Kommanditanteil geht beim Tod des Anlegers nach den Erbquoten unmittelbar auf die einzelnen Erben über; eine Erbengemeinschaft am Anteil entsteht nicht. Bei einer Treuhandbeteiligung gilt der Treuhandvertrag. In der Regel verlangt die Gesellschaft einen Erbnachweis, etwa Erbschein oder notarielles Testament. Wer die Beteiligung nicht behalten möchte, kann sie nach der Legitimation am Zweitmarkt verkaufen. Grundlagen: Beitrag Erbschaft von geschlossenen Immobilienfonds.
Fazit und Ausblick
Der LHI Flugzeugfonds 1 finanzierte einen Frachter mit einem bonitätsstarken Leasingnehmer im Rücken. Das unterscheidet ihn von den Passagierflugzeugfonds, deren Sondermuster nach Vertragsende keinen Abnehmer fanden. Die Erstvermietung endete gegen 2018.
Für die Beurteilung zählen drei Fragen: Wie ist das Flugzeug heute beschäftigt, wie hoch ist die Restvaluta des Darlehens, und wie steht der Dollar? Die ersten beiden Antworten stehen im Geschäftsbericht der Fondsgesellschaft.
Flugzeugfonds am Zweitmarkt verkaufen
Sie besitzen Anteile an einem Flugzeugfonds und erwägen einen Verkauf? Senden Sie mir einfach den Fondsnamen und den Nominalbetrag. Ich prüfe umgehend und unverbindlich, ob ein Ankauf aktuell möglich ist.
Jetzt Anfrage sendenWichtiger Hinweis & Haftungsausschluss: Ich übernehme keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen in diesem Text. Angaben zu Objekt und Gesellschaft beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und können sich geändert haben; maßgeblich sind stets die Unterlagen der Fondsgesellschaft. Der Beitrag basiert auf journalistischer Recherche und dient ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Er stellt ausdrücklich keine Finanzberatung, Anlageempfehlung oder Vermittlung von Finanzinstrumenten dar. Jede Investitionsentscheidung und jede daraus resultierende Maßnahme erfolgt auf alleinige Verantwortung und Risiko des Lesers.

