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LHI Worldfreighter Flugzeugfonds – zwei Boeing-777-Frachter über zwei Objektgesellschaften

Die kurze Antwort

Der LHI Worldfreighter Flugzeugfonds ist ein geschlossener Flugzeugfonds, den heute die LHI Gruppe verwaltet. Er hält über zwei Objektgesellschaften zwei Frachtflugzeuge vom Typ Boeing 777-200LRF.

Der LHI Worldfreighter Flugzeugfonds unterscheidet sich in seiner Konstruktion von den übrigen Flugzeugfonds der Reihe. Dieser Beitrag erklärt diese Struktur, die beiden Frachter und was daraus für die Beteiligung folgt.

Überblick: LHI Worldfreighter Flugzeugfonds auf einen Blick

STRUKTUR Eine Beteiligungsgesellschaft, die Anteile an zwei Objektgesellschaften hält: der LHI Flugzeugfonds 2 GmbH & Co. KG und der LHI Flugzeugfonds 3 GmbH & Co. KG.

FLUGZEUGE Zwei Frachtmaschinen vom Typ Boeing 777-200LRF, verleast an AeroLogic, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und Deutscher Post.

GESELLSCHAFT LHI Worldfreighter Flugzeugfonds Beteiligungs GmbH & Co. KG mit Sitz in Pullach im Isartal, Amtsgericht München HRA 95381.

HERKUNFT Hervorgegangen aus der DCM GmbH & Co. Flugzeugfonds 2 Beteiligungs-KG; nach der Insolvenz des Emissionshauses übernahm die LHI Gruppe die Verwaltung.

Die Struktur: ein Fonds über zwei Objektgesellschaften

Anleger halten Anteile an der LHI Worldfreighter Flugzeugfonds Beteiligungs GmbH & Co. KG mit Sitz in Pullach im Isartal, eingetragen beim Amtsgericht München unter HRA 95381. Der Unternehmensgegenstand dieser Gesellschaft ist im Register präzise beschrieben: Erwerb, Halten und Verwalten von Beteiligungen an zwei anderen Kommanditgesellschaften.

Eckdaten des LHI Worldfreighter Flugzeugfonds
Merkmal Angabe
Fondsgesellschaft LHI Worldfreighter Flugzeugfonds Beteiligungs GmbH & Co. KG
Sitz Emil-Riedl-Weg 6, 82049 Pullach im Isartal
Handelsregister Amtsgericht München, HRA 95381
Früherer Name DCM GmbH & Co. Flugzeugfonds 2 Beteiligungs-KG, München
Komplementärin DCM Worldfreighter GmbH, Pullach im Isartal
Struktur Beteiligung an zwei Objektgesellschaften
Objektgesellschaft 1 LHI Flugzeugfonds 2 GmbH & Co. KG, HRA 83145
früher DCM GmbH & Co. Flugzeugfonds 2 KG
Objektgesellschaft 2 LHI Flugzeugfonds 3 GmbH & Co. KG, HRA 83151
früher DCM GmbH & Co. Flugzeugfonds 3 KG
Flugzeuge zwei Boeing 777-200LRF, Frachter
Leasingnehmer AeroLogic, Joint Venture von Lufthansa Cargo und Deutsche Post

Was das praktisch bedeutet. Die Flugzeuge gehören nicht der Gesellschaft, an der Anleger beteiligt sind, sondern zwei Objektgesellschaften eine Ebene darunter. Der Fonds ist an beiden beteiligt und erhält von dort Ausschüttungen, aus denen er seinerseits an die Anleger weiterleitet.

Diese Zwischenebene hat zwei Seiten. Sie streut das Risiko über zwei Flugzeuge statt eines einzigen, wie es beim LHI Flugzeugfonds 1 der Fall ist. Zugleich verlängert sie den Weg zwischen dem Flugzeug und dem Anleger: Entscheidungen über Verkauf oder Anschlussvermietung fallen auf der Ebene der Objektgesellschaften, und jede Ebene hat eigene Kosten und eigene Beschlusslagen.

Die Herkunft. Die Gesellschaft hieß ursprünglich DCM GmbH & Co. Flugzeugfonds 2 Beteiligungs-KG und saß in München. Nach der Insolvenz des Emissionshauses DCM im Jahr 2013 erwarb die LHI Gruppe die Transportfonds vom Insolvenzverwalter; Mitte der 2010er Jahre erfolgten Umbenennung und Sitzverlegung nach Pullach. Persönlich haftende Gesellschafterin ist heute die DCM Worldfreighter GmbH, zuvor war es die DCM Verwaltungs GmbH. Die Hintergründe beschreibt der Beitrag DCM Gruppe.

Die Flugzeuge und der Leasingnehmer

Die beiden Objektgesellschaften halten je eine Boeing 777-200LRF. Das Kürzel LRF steht für Long Range Freighter, also die reine Frachtversion der Boeing 777 mit großer Reichweite. Verleast sind beide Maschinen an AeroLogic.

AeroLogic ist kein gewöhnlicher Leasingnehmer. Das Unternehmen ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und Deutscher Post und betreibt eine Flotte aus Boeing-777-Frachtern. Für die Fondsgesellschaften bedeutete das zwei starke Gesellschafter im Hintergrund des Mieters.

Frachter statt Passagierflugzeuge. Das unterscheidet diesen Fonds von den A380-Beteiligungen, deren Restwerte nach Ablauf der Erstvermietung einbrachen. Frachtflugzeuge hängen unmittelbar am Welthandel und schwanken damit stärker als der Passagierverkehr; dafür sind sie breiter einsetzbar, weil es weder Kabinenausstattung noch Streckenrechte für Passagiere braucht. Wie sich das auf die Weiterverwertung auswirkt, beschreibt der Abschnitt zur Fungibilität von Flugzeugen.

Zwei gleiche Maschinen sind keine echte Streuung. Beide Flugzeuge sind vom selben Typ, beim selben Leasingnehmer, im selben Marktsegment. Fällt dieser Mieter aus oder bricht der Luftfrachtmarkt ein, trifft das beide Objektgesellschaften gleichermaßen. Die Verteilung auf zwei Flugzeuge hilft bei technischen Einzelproblemen, nicht bei Marktrisiken.

LHI Worldfreighter: Was Anleger dazu wissen sollten

Auskunft geben allein die Unterlagen der Gesellschaften: der letzte Geschäftsbericht, die Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen und die jährliche Steuermitteilung mit dem Stand des Kapitalkontos. Bei diesem Fonds ist zu beachten, dass es zwei Ebenen gibt; die wirtschaftliche Lage entsteht auf der Ebene der Objektgesellschaften.

Zu bedenken ist der Zeitplan. Die Flugzeuge dieser Fondsgeneration kamen um 2009 und 2010 in Dienst; zehnjährige Erstverträge endeten damit um 2019 und 2020. Ob Anschlussvermietungen zustande kamen, zu welchen Raten und wie lange sie laufen, ist die zentrale Frage. Dabei fiel das Ende der Erstvermietung in eine Zeit, in der der Luftfrachtmarkt zunächst durch die Pandemie stark schwankte.

Hinzu kommt die Finanzierung. Wie bei Flugzeugfonds üblich, ist ein erheblicher Teil des Kaufpreises fremdfinanziert, und die Bank ist vorrangige Gläubigerin. Aus einem späteren Verkaufserlös wird zuerst ihr Darlehen zurückgeführt; erst danach bleibt etwas für die Anleger. Wie das wirkt, beschreibt der Abschnitt zum Restwertrisiko. Hinzu kommt das Währungsrisiko, weil Kaufpreise und Leasingraten bei Flugzeugen auf US-Dollar lauten.

Steuerlich gelten die Regeln für Einkünfte aus einer gewerblich geprägten Personengesellschaft, die der Beitrag Besteuerung geschlossener Fonds beschreibt. Wurden Auszahlungen geleistet, die nicht durch Gewinne gedeckt waren, kann die Kommanditistenhaftung nach § 172 Abs. 4 HGB wieder aufleben; die strukturellen Risiken solcher Beteiligungen sind im Beitrag Risiken geschlossener Immobilienfonds dargestellt.

Beteiligung am LHI Worldfreighter Flugzeugfonds verkaufen

Anteile an einem geschlossenen Fonds können nicht an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden. Das eingesetzte Kapital bleibt gebunden, bis die Flugzeuge verwertet und die Gesellschaften abgewickelt sind. Wann das geschieht, ist im Voraus nicht bestimmbar: Prospektierte Laufzeiten sind Planannahmen und wurden vielfach überschritten. Ein Ausstieg vorher setzt voraus, dass sich ein Erwerber findet.

Die Übertragung erfolgt durch Abtretung des Kommanditanteils an der LHI Worldfreighter Flugzeugfonds Beteiligungs GmbH & Co. KG, je nach Gesellschaftsvertrag mit Wirkung zum Monats-, Quartals- oder Jahresende, meist zum Jahresende. Sie bedarf der Zustimmung der Geschäftsführung oder des Treuhänders und wird anschließend im Register umgeschrieben. Übertragen wird dabei der Anteil an der Beteiligungsgesellschaft, nicht an den Objektgesellschaften. Welche Nachweise erforderlich sind und an welchen Punkten Übertragungen in der Praxis scheitern, ist im Beitrag Geschlossene Fonds am Zweitmarkt verkaufen dargestellt.

Für den Verkauf Ihrer Beteiligung erreichen Sie mich unter fonds@em-strategy.com.

Häufige Fragen zum LHI Worldfreighter Flugzeugfonds

Was unterscheidet den LHI Worldfreighter von anderen Flugzeugfonds?

Die Struktur. Anleger beteiligen sich nicht unmittelbar an einer Gesellschaft, der ein Flugzeug gehört, sondern an einer Beteiligungsgesellschaft, die Anteile an zwei Objektgesellschaften hält. Diesen gehören je eine Boeing 777-200LRF. Der Weg zwischen Flugzeug und Anleger ist damit eine Ebene länger als bei einem Direktinvestment.

Welche Flugzeuge stecken im Fonds?

Zwei Frachtmaschinen vom Typ Boeing 777-200LRF, die an AeroLogic vermietet sind, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und Deutscher Post. Gehalten werden sie von der LHI Flugzeugfonds 2 GmbH & Co. KG und der LHI Flugzeugfonds 3 GmbH & Co. KG, an denen die Fondsgesellschaft beteiligt ist.

Wie lautet der vollständige Name der Fondsgesellschaft?

LHI Worldfreighter Flugzeugfonds Beteiligungs GmbH & Co. KG mit Sitz im Emil-Riedl-Weg 6 in 82049 Pullach im Isartal, eingetragen beim Amtsgericht München unter HRA 95381. Sie hieß ursprünglich DCM GmbH & Co. Flugzeugfonds 2 Beteiligungs-KG und saß in München. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die DCM Worldfreighter GmbH.

Bedeuten zwei Flugzeuge eine bessere Risikostreuung?

Nur begrenzt. Beide Maschinen sind vom selben Typ, beim selben Leasingnehmer und im selben Marktsegment unterwegs. Fällt der Mieter aus oder bricht der Luftfrachtmarkt ein, trifft das beide Objektgesellschaften gleichermaßen. Die Verteilung hilft bei technischen Einzelproblemen wie einem längeren Werftaufenthalt, nicht bei Marktrisiken.

Was passiert mit der Beteiligung am LHI Worldfreighter Flugzeugfonds im Erbfall?

Bei dieser Flugzeugbeteiligung entscheidet der Gesellschaftsvertrag der Fondsgesellschaft. Ein direkt gehaltener Kommanditanteil geht beim Tod des Anlegers nach den Erbquoten unmittelbar auf die einzelnen Erben über; eine Erbengemeinschaft am Anteil entsteht nicht. Bei einer Treuhandbeteiligung gilt der Treuhandvertrag. In der Regel verlangt die Gesellschaft einen Erbnachweis, etwa Erbschein oder notarielles Testament. Wer die Beteiligung nicht behalten möchte, kann sie nach der Legitimation am Zweitmarkt verkaufen. Grundlagen: Beitrag Erbschaft von geschlossenen Immobilienfonds.

Fazit und Ausblick

Der LHI Worldfreighter Flugzeugfonds bündelt zwei Boeing-777-Frachter über zwei Objektgesellschaften. Der Leasingnehmer AeroLogic hat mit Lufthansa Cargo und Deutscher Post zwei starke Gesellschafter im Rücken, und Frachter sind breiter einsetzbar als die Sondermuster, an denen andere Flugzeugfonds gescheitert sind.

Für die Beurteilung zählen drei Fragen: Wie sind die beiden Maschinen heute beschäftigt, wie hoch ist die Restvaluta der Darlehen auf Ebene der Objektgesellschaften, und wie steht der Dollar? Die Antworten stehen in den Geschäftsberichten.

Flugzeugfonds am Zweitmarkt verkaufen

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Eduard Meider – Investor für geschlossene Fonds am Zweitmarkt

Über den Autor

Eduard Meider

Investor und Unternehmensberater mit Schwerpunkt auf den Zweitmarkt für geschlossene Fonds/AIFs, insbesondere in den Assetklassen Immobilien und Schiffe.

Nach seinem Studium zum Master of Science in Internationaler Finanzwirtschaft an der HWR Berlin blickt er auf über 10 Jahre berufliche Investmenterfahrung zurück, unter anderem als Investment- und Fondsmanager für ein Family Office und dessen Kapitalverwaltungsgesellschaft mit Schwerpunkt auf geschlossene Immobilienfonds. Zuvor durchlief er Stationen in der Wirtschaftsprüfung bei PwC und im Venture Capital bei der KLINGEL-Gruppe.

Zudem ist er Autor international erschienener Fachbücher, unter anderem „Decentralized Finance für Einsteiger“ sowie „Financial Innovation and Value Creation“ bei Springer.

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Wichtiger Hinweis & Haftungsausschluss: Ich übernehme keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen in diesem Text. Angaben zu Objekt und Gesellschaft beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und können sich geändert haben; maßgeblich sind stets die Unterlagen der Fondsgesellschaft. Der Beitrag basiert auf journalistischer Recherche und dient ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Er stellt ausdrücklich keine Finanzberatung, Anlageempfehlung oder Vermittlung von Finanzinstrumenten dar. Jede Investitionsentscheidung und jede daraus resultierende Maßnahme erfolgt auf alleinige Verantwortung und Risiko des Lesers.