CFB-Fonds 161 Schiffsflotten-Fonds 3 – MS „Monaco“ KG und MS „Martinique“ KG
Der CFB-Fonds 161 Schiffsflotten-Fonds 3 ist ein geschlossener Schiffsfonds aus der CFB-Reihe der Commerz Real. Er hält zwei baugleiche Vollcontainerschiffe, die beide weiterhin in Fahrt sind.
Der CFB-Fonds 161 ist einer der bekannteren Schiffsfonds der Commerz Real. Dieser Beitrag beschreibt die beiden Schiffe, die Gesellschaften dahinter und ihren heutigen Stand – und was das für Anleger bedeutet, die ihre Beteiligung heute halten, erben oder verkaufen wollen.
Überblick: CFB-Fonds 161 auf einen Blick
AUFLEGUNG 2007 durch die Commerz Real Fonds Beteiligungsgesellschaft mbH, vertrieben über die Commerzbank. Die Beteiligung lautete auf US-Dollar.
STRUKTUR Zwei Ein-Schiff-Kommanditgesellschaften: NAVITONI Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MONACO“ KG (Hamburg, HRA 104420) und NAVIBOLA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MARTINIQUE“ KG (Hamburg, HRA 104418).
SCHIFFE MS „Monaco“ und MS „Martinique“, baugleiche Vollcontainerschiffe von Hyundai Mipo Dockyard, Ulsan; rund 222 Meter Länge, 30 Meter Breite, Flagge Liberia.
STATUS Beide Schiffe sind in Fahrt und tragen nach mehreren Umbenennungen wieder die Namen „Monaco“ und „Martinique“.
Inhaltsverzeichnis
Der CFB-Fonds 161 und seine Struktur
Der CFB-Fonds 161 trägt den Beinamen Schiffsflotten-Fonds 3 und gehört damit zu einer Reihe, die nicht in ein einzelnes Schiff investierte, sondern in mehrere. Konstruktiv handelt es sich nicht um eine gemeinsame Gesellschaft für beide Schiffe, sondern um zwei getrennte Ein-Schiff-Kommanditgesellschaften, an denen der Fonds beteiligt ist: die NAVITONI Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MONACO“ KG (Hamburg, HRA 104420) und die NAVIBOLA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MARTINIQUE“ KG (Hamburg, HRA 104418).
Diese Zweiteilung ist mehr als eine Formalie. Jedes Schiff hat seine eigene Gesellschaft, seine eigene Bilanz und seine eigene Finanzierung. Für Anleger bedeutet das, dass sich die beiden Schiffe wirtschaftlich unterschiedlich entwickeln können, obwohl sie baugleich sind und über dieselbe Beteiligung gehalten werden.
Die Beteiligung lautete auf US-Dollar, was bei Schiffsfonds die Regel war: Charterraten, Schiffspreise und Schiffskredite werden international in Dollar abgerechnet. Wie diese Konstruktion allgemein funktioniert, beschreibt der Beitrag Geschlossene Schiffsfonds; zum Anbieter selbst gibt es den Beitrag CFB Fonds.
Die beiden Schiffe des CFB-Fonds 161 im Detail
Beide Einheiten sind baugleiche Vollcontainerschiffe aus derselben Serie derselben Werft. Sie unterscheiden sich im Ablieferungsjahr und in ihrer späteren Namens- und Chartergeschichte.
| Merkmal | MS „Monaco“ | MS „Martinique“ |
|---|---|---|
| IMO-Nummer | 9314961 | 9314985 |
| Baujahr | 2006 | 2007 |
| Bauwerft | Hyundai Mipo Dockyard, Ulsan | Hyundai Mipo Dockyard, Ulsan |
| Länge über alles | 222 m | 222 m |
| Breite | 30,0 m | 30,0 m |
| Vermessung | 28.927 BRZ | 28.927 BRZ |
| Flagge | Liberia | Liberia |
| MMSI | 636090967 | 636091232 |
| Rufzeichen | A8IF2 | A8KY3 |
| Status | in Fahrt | in Fahrt |
Mit 30 Metern Breite gehören beide Schiffe zur Sub-Panamax-Klasse und konnten den Panamakanal in seiner ursprünglichen Ausbaustufe passieren.
Ausstattung und technische Daten der Schiffe im CFB-Fonds 161
Beide Einheiten sind baugleich. Die folgenden Werte sind für beide Schiffe einzeln in den Schiffsregistern hinterlegt und stimmen überein.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Schiffstyp | vollzelliges Containerschiff ohne eigenes Ladegeschirr |
| Länge über alles | 222 Meter |
| Breite | 30,00 Meter |
| Vermessung | 28.927 BRZ |
| Antrieb | ein langsamlaufender Zweitakt-Dieselmotor auf Festpropeller |
| Flagge | Liberia |
| Bauwerft | Hyundai Mipo Dockyard, Ulsan, Südkorea |
Was vollzellige Bauweise bedeutet, warum solche Schiffe keine Bordkräne haben und wie der Antrieb aufgebaut ist, beschreibt der Beitrag Geschlossene Schiffsfonds. Für die Schiffe des CFB-Fonds 161 gilt zusätzlich: Beide sind mit 28.927 BRZ vermessen, einer dimensionslosen Kennzahl für den umbauten Raum, die für Hafengebühren und Kanalabgaben maßgeblich ist. Dass beide denselben Wert tragen, bestätigt die Baugleichheit. Die Flagge Liberias ist bei international beschäftigten Handelsschiffen verbreitet.
Die Bauwerft
Beide Schiffe stammen von Hyundai Mipo Dockyard in Ulsan, Südkorea. Die Werft gehört zur Hyundai-Gruppe und ist auf mittelgroße Schiffe spezialisiert: Feeder- und Sub-Panamax-Containerschiffe, Produktentanker und Mehrzweckfrachter. Für Containerschiffe dieser Größenklasse war sie in den 2000er Jahren eine der meistbeschäftigten Adressen weltweit.
Die Serie, aus der die beiden Einheiten stammen, ist an den IMO-Nummern erkennbar: Sie liegen mit 9314961 und 9314985 nur wenige Stellen auseinander, weitere Schwesterschiffe tragen benachbarte Nummern. Die IMO-Nummer bleibt einem Schiff über seine gesamte Lebensdauer erhalten, unabhängig von Namen, Flagge oder Eigentümer. Sie ist deshalb das einzige verlässliche Identifikationsmerkmal, wenn ein Schiff wie hier mehrfach umbenannt wurde.
Namenshistorie und heutiger Einsatz der Schiffe im CFB-Fonds 161
Wer heute nach den Schiffen des CFB-Fonds 161 sucht, findet sie unter wechselnden Namen. Containerschiffe tragen häufig den Namen des jeweiligen Charterers, und mit jedem Chartervertrag kann sich der Name ändern. Bei der MS „Martinique“ lässt sich die Kette gut nachvollziehen: Sie fuhr als „E. R. Martinique“, anschließend als „CMA CGM Anemone“, zwischenzeitlich als „Anemone“, danach als „ANL Burilla“ und trägt seit März 2012 wieder den Namen „Martinique“.
Die MS „Monaco“ durchlief eine ähnliche Folge. Sie fuhr unter anderem als „E. R. Monaco“ und als „CMA CGM Mimosa“, bevor sie zu ihrem ursprünglichen Namen zurückkehrte.
Für Anleger ist das mehr als eine Randnotiz. „Monaco“ und „Martinique“ sind als Schiffsnamen nicht eindeutig; zuverlässig ist nur die Suche über die IMO-Nummer.
Die Namen zeigen zugleich, in welchen Diensten die Schiffe unterwegs waren. „CMA CGM“ verweist auf die französische Linienreederei, „ANL“ auf deren australische Tochtergesellschaft Australian National Line. Beide Schiffe waren also zeitweise im Verkehr nach und von Australien und Ozeanien eingesetzt.
Beide Einheiten sind weiterhin im Dienst. Die MS „Monaco“ wurde zuletzt auf Fahrten zwischen Ostasien und Australien beziehungsweise Neuseeland gemeldet, unter anderem mit Anläufen in Gwangyang, Tauranga und Sydney. Die MS „Martinique“ fährt ebenfalls weiter; das technische Management liegt heute bei einer Hamburger Bereederungsgesellschaft, klassifiziert ist sie bei DNV, Heimathafen ist Monrovia.
Wer den aktuellen Standort selbst nachsehen möchte, gibt die IMO-Nummer in einen der kostenlosen Schiffsverfolgungsdienste ein, etwa bei vesseltracker für die MS „Monaco“ oder bei VesselFinder für die MS „Martinique“. Die Positionsdaten stammen aus dem Automatic Identification System, das Seeschiffe ab einer bestimmten Größe verpflichtend senden. Die Angaben sind minutenaktuell, decken aber nicht jedes Seegebiet lückenlos ab.
Dass beide Schiffe nach fast zwei Jahrzehnten noch fahren, ist für Containerschiffe dieser Größe nicht ungewöhnlich. Sub-Panamax-Einheiten werden häufig über 20 Jahre und länger betrieben, weil sie auf Regionalverkehren und Zubringerdiensten weiterhin gebraucht werden, auch wenn sie für die großen Ost-West-Routen längst zu klein sind.
CFB-Fonds 161: Was Anleger dazu wissen sollten
Dass ein Schiff fährt, sagt für sich genommen wenig über die Lage der dahinterstehenden Gesellschaft aus. Die beiden Kommanditgesellschaften des CFB-Fonds 161 haben eigene Bilanzen, eigene Finanzierungen und eigene Charterverträge. Aufschluss geben allein die Fondsunterlagen: der letzte Geschäftsbericht, die Gesellschafterbeschlüsse der vergangenen Jahre und die Steuermitteilung mit dem Stand des Kapitalkontos. Diese Dokumente stellt die Investorenbetreuung der Commerz Real Fonds Beteiligungsgesellschaft auf Anforderung bereit.
Zwei Punkte gehören bei einer Schiffsbeteiligung stets geprüft, unabhängig vom Zustand der Schiffe. Erstens die steuerliche Lage: Bei Gesellschaften unter der pauschalen Gewinnermittlung nach § 5a EStG ist der Gewinn aus dem Verkauf eines Anteils abgegolten; zu prüfen bleibt allein, ob noch ein Unterschiedsbetrag festgestellt ist. Die Systematik behandelt der Beitrag Tonnagesteuer bei Schiffsfonds.
Zu bedenken ist das Alter. Beide Schiffe stammen aus den Baujahren 2006 und 2007. Containerschiffe werden im Liniendienst stärker beansprucht als Tanker, ältere Tonnage wird bei Überkapazität zuerst aus dem Markt genommen, und der bei einem Verkauf erzielbare Erlös sinkt mit jedem Jahr. Genau dieser Erlös bestimmt am Ende, was von der Beteiligung übrig bleibt.
Zweitens die Haftungslage: Wurden Ausschüttungen geleistet, die nicht durch Gewinne gedeckt waren, kann die Kommanditistenhaftung nach § 172 Abs. 4 HGB wieder aufleben.
Beteiligung am CFB-Fonds 161 verkaufen
Anteile an einem geschlossenen Schiffsfonds können nicht an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden; das eingesetzte Kapital bleibt gebunden, bis das Schiff verkauft und die Gesellschaft abgewickelt ist. Ein Ausstieg vorher setzt voraus, dass sich ein Erwerber findet. Warum prospektierte Laufzeiten dabei keine verlässliche Größe sind, ordnet der Beitrag Geschlossene Schiffsfonds ein.
Die Übertragung erfolgt durch Abtretung des Kommanditanteils an der NAVITONI Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MONACO“ KG beziehungsweise an der NAVIBOLA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MARTINIQUE“ KG, in der Regel mit Wirkung zum Ende eines Quartals. Sie bedarf der Zustimmung der Geschäftsführung oder des Treuhänders und wird anschließend im Register vollzogen. Welche Nachweise dafür erforderlich sind und an welchen Punkten Übertragungen in der Praxis scheitern, ist im Beitrag Schiffsbeteiligung verkaufen dargestellt.
Für den Verkauf Ihrer Beteiligung erreichen Sie mich unter fonds@em-strategy.com.
Häufige Fragen zum CFB-Fonds 161
Welche Schiffe gehören zum CFB-Fonds 161?
Zwei baugleiche Vollcontainerschiffe: die MS „Monaco“ mit der IMO-Nummer 9314961 und die MS „Martinique“ mit der IMO-Nummer 9314985. Gehalten werden sie über zwei getrennte Ein-Schiff-Kommanditgesellschaften, die NAVITONI Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MONACO“ KG und die NAVIBOLA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MARTINIQUE“ KG.
Wie lauten die vollständigen Namen der Fondsgesellschaften?
NAVITONI Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MONACO“ KG, Hamburg, HRA 104420, und NAVIBOLA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS „MARTINIQUE“ KG, Hamburg, HRA 104418. Es handelt sich um zwei getrennte Gesellschaften mit eigener Bilanz und eigener Finanzierung, an denen der Fonds beteiligt ist. Unter diesen Firmierungen sind sie im Handelsregister eingetragen; CFB-Fonds 161 ist lediglich die Produktbezeichnung der Commerz Real.
Wo wurden die Schiffe gebaut und wie groß sind sie?
Beide entstanden bei Hyundai Mipo Dockyard in Ulsan, Südkorea, die „Monaco“ 2006 und die „Martinique“ 2007. Sie messen 222 Meter über alles bei 30 Metern Breite und sind mit 28.927 BRZ vermessen. Mit 30 Metern Breite gehören sie zur Sub-Panamax-Klasse.
Fahren die Schiffe des CFB-Fonds 161 noch?
Ja. Beide Einheiten sind weiterhin in Fahrt und tragen nach mehreren Umbenennungen wieder die Namen „Monaco“ und „Martinique“. Sie führen die Flagge Liberias. Den aktuellen Standort kann jeder über die IMO-Nummer in einem AIS-Dienst abrufen. Aus dem Fahrtstatus allein lässt sich allerdings nicht auf die wirtschaftliche Lage der Fondsgesellschaften schließen.
Unter welchen anderen Namen sind die Schiffe gefahren?
Die MS „Martinique“ fuhr unter anderem als „E. R. Martinique“, „CMA CGM Anemone“, „Anemone“ und „ANL Burilla“, bevor sie im März 2012 wieder ihren ursprünglichen Namen erhielt. Die MS „Monaco“ fuhr unter anderem als „E. R. Monaco“ und als „CMA CGM Mimosa“. Namenswechsel sind bei Containerschiffen üblich, weil der Name häufig dem jeweiligen Charterer folgt.
Wie finde ich das richtige Schiff in einer Schiffsdatenbank?
Über die IMO-Nummer, nicht über den Namen. Die IMO-Nummer bleibt einem Schiff über seine gesamte Lebensdauer erhalten, unabhängig von Umbenennung, Flaggenwechsel oder Eigentümerwechsel. Namen wie „Monaco“ oder „Martinique“ tragen dagegen mehrere Schiffe gleichzeitig, sodass eine Namenssuche leicht zum falschen Ergebnis führt.
Was passiert mit der Beteiligung am CFB-Fonds 161 im Erbfall?
Bei dieser Schiffsbeteiligung entscheidet der Gesellschaftsvertrag der Fondsgesellschaft. Ein direkt gehaltener Kommanditanteil geht beim Tod des Anlegers nach den Erbquoten unmittelbar auf die einzelnen Erben über; eine Erbengemeinschaft am Anteil entsteht nicht. Bei einer Treuhandbeteiligung gilt der Treuhandvertrag. In der Regel verlangt die Gesellschaft einen Erbnachweis, etwa Erbschein oder notarielles Testament. Wer die Beteiligung nicht behalten möchte, kann sie nach der Legitimation am Zweitmarkt verkaufen. Grundlagen: Beitrag Erbschaft von geschlossenen Immobilienfonds.
Fazit und Ausblick
Der CFB-Fonds 161 steht für einen Fondstyp, der in den Boomjahren häufig aufgelegt wurde: zwei baugleiche Sub-Panamax-Containerschiffe von einer koreanischen Werft, gehalten über getrennte Ein-Schiff-Gesellschaften und finanziert in US-Dollar.
Die Schiffe selbst haben sich als langlebig erwiesen. Beide sind nach fast zwanzig Jahren weiterhin im Dienst, haben mehrere Charterer und Namen durchlaufen und fahren heute wieder unter ihren ursprünglichen Bezeichnungen. Für die Beurteilung einer Beteiligung ist das nur die halbe Information: Der Zustand der Fondsgesellschaften ergibt sich aus den Fondsunterlagen, nicht aus der Position des Schiffes auf der Karte.
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